Im Wangerland Urlaub machen – und von dort aus Helgoland und Wangerooge erkunden

Wer an der Nordsee Urlaub machen will, kann seine Ferien entweder auf einer der beliebten Inseln verbringen – oder auf dem Festland. Pensionen, Hotels und Ferienwohnungen auf den Inseln sind im Sommer aufgrund des begrenzten Platzangebotes und der hohen Nachfrage schnell ausgebucht und oftmals merklich teurer als Unterkünfte auf dem Festland. Wer beispielsweise im Wangerland Quartier nimmt, muss auf Inselerlebnisse keinesfalls verzichten.

Vom Wangerland nach Helgoland

Die Region im nordöstlichen Winkel Frieslands befindet sich in Sichtweite des UNESCO-Weltnaturerbes Wattenmeer. Dieser Lage verdankt das Wangerland sein gesundes maritimes Reizklima und die familienfreundlichen Sandstrände. Alle Informationen gibt es bei der Wangerland Touristik unter www.wangerland.de und unter Telefon 04426-9870. Vom Wangerland ist es beispielsweise nur ein Katzensprung nach Wilhelmshaven. Von dort sticht ein Schiff während der Sommersaison täglich in Richtung Helgoland in See. Vom Helgoländer Hafen aus wird man in kleinen Börtebooten auf die Insel gebracht. Vier Stunden lang ist nun Gelegenheit, die Sehenswürdigkeiten und die einzigartige Natur zu entdecken, Shoppingfans nutzen die Möglichkeit zum steuerfreien Einkauf. Ein Abstecher zur „Langen Anna“ ist obligatorisch. Auf dem berühmten Sandsteinfelsen haben sich viele Arten von Seevögeln zum Brüten niedergelassen, auf der vorgelagerten Sanddüne kann man Kegelrobben aus der Nähe beobachten. Alle Fahrzeiten der Schiffe gibt es unter www.helgolandlinie.de.

Ein Ausflug nach Wangerooge

Westlich des Wangerlandes gelangt man in den benachbarten Landkreis Wittmund, in dem sich der Schiffsanleger Harlesiel befindet. Von dort verkehren die Fähren zwischen dem Festland und der beschaulichen Nordseeinsel Wangerooge. Mit einer Fläche von nur 7,94 Quadratkilometern ist es das zweitkleinste Eiland der bewohnten ostfriesischen Inseln. Nach einer etwa 50-minütigen Überfahrt erreicht die Fähre den Wangerooger Anleger und die dort wartende Inselbahn. Informationen und Fahrpläne: www.insel-wangerooge.de

Gefiederter Stammgast auf Wangerooge

Nicht nur viele Urlauber zieht es im Winter auf die Insel Wangerooge im Nationalpark „Niedersächsisches Wattenmeer“, sondern auch viele Vögel überwintern auf der Insel. Darunter auch einige Stammgäste. Dieses Geheimnis hat ein kleiner Farbring gelüftet. Mitarbeiter
des Mellumrates entdeckten einen Meerstrandläufer mit farbigen Ringen an den Beinen, wobei auf einen der Ringe die Buchstaben „ENJ” eingraviert sind. Anhand dieser Farbkombination konnte zweifelsfrei festgestellt werden: Dieser Meerstrandläufer wurde am 5. Oktober 2009 an der Südspitze Spitzbergens mit den Ringen ausgestattet. Seitdem wurde dieser Vogel jeden Winter von Mitarbeitern des Mellumrates auf Wangerooge beobachtet.

Der Meerstrandläufer, ein Brutvogel der Südarktis, ist auf Wangerooge in den Wintermonaten ein häufig gesehener Vogel. Bis zu 100 Individuen dieser Art halten sich im Winter auf der Insel auf. Vor allem auf den Steinbuhnen am Haupt- und Badestrand und am Deckwerk der Insel kann man diese zirka amselgroße Strandläuferart beobachten, wo sie oftmals zusammen mit den etwas kleineren Steinwälzern nach Muscheln und Schnecken suchen.

Meerstrandläufer sind Kurzstreckenzieher, welche ihre Brutgebiete, die in Grönland, dem nördlichen Skandinavien und Spitzbergen liegen, für die Wintermonate verlassen und ins südlichen Skandinavien und auch einige Hundert Individuen nach Mitteleuropa an die Nord- und Ostseeküsten ziehen um dort zu überwintern.

Der Meerstrandläufer gilt als einer der am wenigsten erforschten Watvögel. Aufgrund der Farbmarkierung der Vögel lässt sich feststellen, welche Zugwege einzelne Vögel wählen, wo sie überwintern und ob sie wieder zum „Geburtsort“ zurückkehren. Auch wie alt einzelne Vögel werden, lässt sich mittels der Beringung feststellen. So ist der nun auf Wangerooge gesichtete Vogel mit 4 Jahren der älteste Vogel des norwegischen Projektes.

Bis Anfang Mai sind Meerstrandläufer auf Wangerooge anzutreffen, dann verlassen sie die Insel, um in ihre nordischen Brutgebiete zurück zu fliegen.

Bingo-Umweltstiftung fördert neue Ausstellung im Nationalpark-Haus Wangerooge

Die Gemeinde Wangerooge kann bei der Modernisierung ihres Nationalpark-Hauses mit einem erheblichen Zuschuss der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung rechnen. Mit 100.000 € fördert die Stiftung eine neue Ausstellung , die sich vor allem den Themen „Vogelzug“ und „Inseldynamik“ widmet.

Die Nationalpark-Häuser im Niedersächsischen Wattenmeer haben die Aufgabe, Interesse und Begeisterung für den weltweit einzigartigen Lebensraum zu wecken. Die vor zehn Jahren zuletzt erneuerte Ausstellung auf Wangerooge bleibt mit der Modernisierung zeitgemäß und auch für wiederkehrende Gäste interessant. Sie wird zudem dazu beitragen, dass die Zahl der Besucher des Nationalpark-Hauses Wangerooge steigt.

„Das war ein schöner und gewichtiger Neujahrsgruß, der uns Mitte letzter Woche erreichte“ sagt die Leiterin des Nationalpark-Hauses, Silke Schmidt. „Wir danken der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung sehr für die Wertschätzung unseres Projektes. Wie freuen uns auf den kommenden Umbau und auf die neue Ausstellung. Wenn alles in unserem geplanten Zeitrahmen verläuft, dann feiern wir 2014 unser Jubiläum ’25 Jahre Nationalpark-Haus Wangerooge‘ mit der Führung durch ein umgebautes Rosenhaus und durch eine neue Ausstellung.“

Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung fördert Umwelt- und Naturschutzprojekte sowie Projekte der Entwicklungszusammenarbeit und der Denkmalpflege. Die Stiftung finanziert sich aus der Glücksspielabgabe und vor allem aus den Einnahmen der Bingo-Umweltlotterie. Zudem besteht die Möglichkeit für jeden, die Stiftung mit steuerlich abzugsfähigen Spenden zu unterstützen (Ethik-Bank, BLZ 830 944 95, Konto 311 5020). Weitere Informationen finden sich unter www.bingo-umweltstiftung.de.

Raue Gefilde für zarte Geschöpfe Mit einer Sonderausstellung zu Küsterschmetterlingen startet das Nationalpark-Haus Wangerooge in das neue Jahr.

So rau, wie sich unsere Küste derzeit präsentiert, ist es kaum vorstellbar, dass Schmetterlinge am Strand, in den Dünen und den Salzwiesen zu Hause sind. Und dennoch gibt es manche Falter nur hier, was die Ausstellung von Dipl.-Biol. Carsten Heinecke eindrucksvoll und mit schönen Bildern zeigt. Bis der „Mittlere Perlmutterfalter“ oder der „Astern-Mönch“ tatsächlich wieder über die Insel gaukeln, muss es Sommer werden. Wer die seltenen und teilweise vorm Aussterben bedrohten Arten unserer Nordseeküste jetzt schon kennen lernen möchte, sei ganz herzlich in das Nationalpark-Haus eingeladen – der Eintritt ist frei.