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Archiv der Kategorie Typisch ostfriesisch
Ostfriesenabitur - eine ganz besondere Auszeichnung
27.4.2010 von admin.
Das Ostfriesenabitur stammt ursprünglich aus der ostfriesischen Stadt Wittmund. Es wird dort seit 1978 als touristische Attraktion angeboten und hat nichts mit dem schulischen Abitur zu tun. Das Ostfriesenabitur setzt sich aus mehreren traditionellen kulturellen Bräuchen zusammen. In der Regel wird es von Touristen oder zugezogenen “Nicht-Ostfriesen” als eine Art Einbürgerungstest absolviert. Im Vordergrund der in etwa vierstündigen Veranstaltung steht hier der Spaß, und nebenbei lernt man einen Teil der ostfriesischen Kultur kennen. Voraussetzung ist leichtes und sportliches Schuhwerk, damit man im Freien an folgenden Disziplinen teilnehmen kann:
Plattdeutsch (mündliche Prüfung)
Straßenweitboßeln (Ostfriesischer Nationalsport, die weiteste Boßelkugel gewinnt)
Löffeltrunk (Herzhafter Schnaps aus einem Zinnlöffel getrunken)
Kuhmelken
Straßenzielboßeln (Ostfriesischer Nationalsport, mit Zielkegeln vergleichbar)
Bessensmieten (Strauchbesenwerfen)
Balkenlaufen (alternativ zum Padstockspringen)
Padstockspringen (Grabenüberquerung mithilfe eines langen Stabes)
In einer Gastwirtschaft finden danach die Fächer
Ostfrieslandkunde (schriftliche Prüfung nach einem Kurzvortrag)
Krabbenpulen (Granat aus der Nordsee)
Teetrinken (Teerunde mit ostfriesischer Teezeremonie)
statt.
Nach Beendigung aller Disziplinen und bestandener Prüfung wird ein Abiturzeugnis ausgestellt und zum Lohn gibt es ein Glas echt ostfriesische “Bohnensopp”, hergestellt nach echt ostfriesischer Tradition.
An dem touristischen Angebot in Wittmund ist in der Zeitschrift Ostfriesland-Journal kritisiert worden, es würden dabei „kulturgeschichtlich bedeutsame Alltagspraktiken einer Region aus lebendigen Kontexten gerissen und als Fragmente der Belustigung verkauft“.
Der damalige niedersächsische Wirtschaftsminister Philipp Rösler antwortete im Februar 2009 in einem Interview auf die Frage, ob er als „vollwertiger Niedersachse anerkannt“ werde sarkastisch: „Spätestens seit ich das Ostfriesenabitur gemacht habe“.
Nach Auskunft der Wittmunder Tourist-Information hat es bis 2007 innerhalb von 3 Jahrzehnten 150.000 Absolventen gegeben.
Quelle: Wikipedia
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Bosseln - der Ostfriesensport schlechthin. Urlauber nehmen am Gaestebosseln teil.
27.4.2010 von admin.
Für das Straßenboßeln wird eine relativ einfache Technik benötigt. Da die meisten Menschen kegeln können, ist es naheliegend, daß viele Menschen auch bosseln könnten. Sicherlich bedarf es aber häufigen Training (bzw. üben), um besser (sprich weiter und sicherer/genauer) zu bosseln.
Der Bosselsport hat sich aus dem Klootschiessen entwickelt. Zum einen brachte das Klootschiessen eine schwere Technik mit sich, die nicht von vielen beherrscht wurde. Und zum anderen wurde wahrscheinlich der Bosselsport als Ausgleichsspiel eingeführt, da mangels Frostwetter kein Klootschiessen durchgeführt werden konnte.
Das Boßeln bietet den Vorteil, daß man es auf vielen guten Nebenstraßen zu allen Jahreszeiten betreiben kann.
Wichtig ist, daß der Werfer die Beschaffenheit der Straß kennt. Weiß er, welche Gefälle sie hat, kann er sich darauf einstellen und dementsprechend werfen. Auch interessant für den Werfer kann sein, ob die Straße eine Berme (an die er werfen kann), oder eine Spurrille hat (in der er werfen kann).
Auf diese Beschaffenheiten achtet aber meistens der Anzeiger, der dem Werfer entsprechende Tips zuruft und entscheidet, auf welcher Seite der Straße der Werfer anzulaufen und wie er zu werfen hat.
Bei Wettkämpfen unterscheidet man zwischen Standkampf, bei dem immer von der gleichen Stelle abgeworfen wird, und den Wettkampft auf Strecke. Der Standkampf findet meistens bei Vereinsmeisterschaften, Preisbosseln, friesischen Mehrkampf ua statt. Der Wettkampft auf Strecke ist aber gebräuchlicher. Hierbei boßeln zwei Mannschaften gegeneinander. Auch bei Einzelmeisterschaften, die von den Kreis- und Landesverbänden durchgeführt werden, wird diese Art des Boßelns bevorzugt. Dabei hat jeder Werfer 10 Würfe, die er hintereinander auf einer Strecke wirft. Der Werfer, der nach Ablauf der 10 Würfe die meisten Meter erzielt hat, hat gewonnen.
Handelt es sich um ein Wettkampf zwischen zwei Bosselvereinen, so wird auf einer ca 7 km langen Strecke gebosselt. Hierbei sind vor dem Wettkampf dem Gegner evtl. Kugelaufnahmen, Wenden usw. bekannt zu machen, falls dieser um Auskunft nachsucht. Der Anlaufbeginn, der An- und Ablauf sowie der Abwurf und das Aufsetzen der Kugel hat innerhalb der Leitpfähle, Baumgrenzen und Grabengrenzen, die die Wurstrecke begrenzen, zu erfolgen. Als geworfen gilt die Kugel, wenn sie die Abwurstelle nach dem Wurf mehr als fünf Meter überschritten hat. Sollte der Abwurf nicht innerhalb der angegebenen Begrenzung erfolgen, so ist der Wurf ungültig und der nachfolgende Werfer muß wieder an der gleichen Stelle abwerfen. Der Gegner erhält einen Schoet.
Zum Ablauf eines Wettkampfes:
Geboßelt wird meistens auf Landstrassen. Der Anwurf erfolgt in jeder Gruppe vom Gastgeber, danach jeweils der Gast. Nach den Anwürfen beim Start erfolgen die weiteren Abwürfe an den Stellen, wo die Kugeln die größen Weiten erreicht haben, im rechten Winkel zur Wurfstrecke. Die jeweils zurückliegende Kugel wird im weiteren Verlauf zuerst geworfen. Gelingt es der zurückliegenden Mannschaft erneut nicht, an der gegnerischen Kugel vorbeizuwerfen, erhält der Gegner einen Schoet. Kugelaufnahmepunkte und die Wiederanwurfstellen sind zu markieren. Sobald die Kugel der zur Zeit führenden Gruppe vollständig die Wende- oder Zielmarkierung überschritten hat, darf die in Rückstand liegende Gruppe nicht mehr werfen. Bei der Wendemarkierung wird umgeholt, die Gruppen tauschen dann die Abwurfstellen.
Während der Ferienzeiten werden von den örtlichen Boßelvereinen für die Urlauber Gästeboßeln angeboten.
Quelle: bosseln-online
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Kleine Teekunde vom Teemuseum Norden
27.4.2010 von admin.
Schwarzer und grüner Tee wurden ursprünglich von der chinesischen oder der indischen Teepflanze gewonnen, heute ausschließlich aus Kreuzungen beider Grundsorten. Der Teestrauch kann je nach Sorte zwei bis zwanzig Meter hoch werden, in den Teegärten wird er aber für die handlichere Ernte stets auf ca. 1,20 m Höhe gehalten. Geerntet wird von den jungen Trieben jeweils die Spitze, die aus der Blattknospe und den beiden darunter befindlichen noch hellgrünen Blättern besteht. Die Blätter werden noch auf der Plantage weiterverarbeitet: Die Blätter müssen anwelken und werden dann sanft zerstoßen, rollen nennt das der Fachmann. Dabei wird die Blattstruktur aufgebrochen, die blatteigenen Enzyme verbinden sich mit dem Sauerstoff der Luft und es setzt ein Oxydationsprozeß ein. Bei dieser sogenannten Fermentation entstehen die Aromen, die später den Geschmack des Tassenaufgusses beeinflussen. Nach wenigen Stunden wird die Fermentation durch Hitzezufuhr abgebrochen, der Tee wird ein letztes Mal getrocknet und ist nun fertig zum Versand. Die Blätter, die grünen Tee ergeben sollen, werden sofort stark erhitzt und anschließend gerollt und getrocknet. So unterbleibt der Vorgang der Fermentation, der die Blätter schwarz einfärben würde. Der zerkleinerte und getrocknete Tee wird nun noch nach Blattgröße sortiert, verpackt und auf Teeauktionen verkauft. Im Bestimmungsland wird der Tee je nach Landesgeschmack noch aromatisiert oder es werden unterschiedliche Sorten zusammengemischt. Hierbei haben sich inzwischen lange Traditionen herausgebildet, die fest in den jeweiligen Teetrinkerregionen verwurzelt sind. Die Zusammenstellung von Tees unterschiedlicher Anbaugebiete zu einer ganz eigenen Geschmacksrichtung richtet sich heute nach den Vorlieben der Verbraucher. Dabei ist das Mischen eine Kunst für sich: Tee ist niemals gleich Tee und je nach Witterungseinfluß wird die Ernte vom gleichen Teestrauch jedes Jahr anders ausfallen. Damit der Teegenießer einen immer gleichen Geschmack in seiner Tasse vorfindet, muß ein hoher Aufwand betrieben werden: Aus vielen ähnlich schmeckenden Sorten muß ein Teetester jedes Jahr nach der neuen Ernte den für die Mischung typischen Geschmack neu zusammenstellen, eine Arbeit, die langjährige Erfahrung und höchste Konzentration erfordert. Ein angenehmer Nebeneffekt des Teemischens ist dabei, daß eine stets gleich bleibend hohe Qualität der verwendeten Teesorten garantiert ist. Guter Tee ist die Grundlage jeder Teekultur, die sich in Europa seit dem frühen 18. Jahrhundert herausgebildet hat. Bei einem Gang durch das Museum werden Sie ihre ganze Vielfalt kennenlernen.
Text: Teemuseum Norden
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