Norden und Norddeich in neuem Gewand

Ostfriesisch, erlebnisreich, naturnah: so definierte im Frühjahr eine neue Tourismusstrategie den Charakter der zukünftigen Marke Norden-Norddeich. Akribisch wurde nach erfolgter Ausschreibung und Vergabe seither an einem frischen Corporate Design und einem zukunftsweisenden Kommunikationskonzept für die ostfriesische Küstenkommune gearbeitet. Am Mittwoch stellten Vertreter von Stadt und Tourismus-Service nun erstmals Details des neuen Marktauftrittes für Norden und Norddeich vor.

Verspielt wie das Flatterband an einem Drachen windet sich der markante bunte Farbstreifen von links nach rechts und formt, während er von einem sanften Wiesengrün zum klaren Blau von Himmel und Meer wechselt, ein großes „N“. Rechts daneben, mal groß, mal klein, flankiert von zwei stilisierten blauen Möwen: der Schriftzug „Norden Norddeich“. „Diese je nach Kontext unterschiedliche Betonung der beiden Ortsnamen ist eines der wesentlichen Elemente des neuen grafischen Konzeptes“, betont Norddeichs Kurdirektor Armin Korok.

In der Marketing-Sprache ist ein solcher aufeinander abgestimmter Auftritt mit wechselnder Hervorhebung als „Hybridmarke“ bekannt. „Er bietet die Möglichkeit, die unterschiedlichen und für verschiedene Zielgruppen relevanten thematischen Schwerpunkte des Tourismus in Norden-Norddeich gleich auf den ersten Blick auch optisch greifbar zu machen – etwa wenn es um Tagesausflüge nach Norden oder Familienangebote in Norddeich geht“, erklärt Marketingleiter Jens Albowitz.

Entwickelt wurde das neue grafische Konzept für den ostfriesischen Küstenort in der Region: Im Sommer hatten Stadt und Tourismus-Service auf Basis der gemeinsam mit örtlichen Leistungsträgern erarbeiteten Tourismusstrategie dazu ein neues Logo sowie eine einheitliche Gesamtgestaltung ausgeschrieben. Insgesamt sieben
Marketingagenturen aus ganz Deutschland folgten dem Aufruf aus Ostfriesland, Vorschläge für ein passendes grafisches Konzept, eine einheitliche Bildsprache sowie ein eigenständiges Wording für die zukünftige Marktansprache einzureichen.

„Mitte September haben dann vier Agenturen ihre Wettbewerbsbeiträge vor dem mit regionalen Akteuren besetzten Tourismusbeirat präsentiert. Dabei zeichnete sich schnell eine große Mehrheit für den optisch ansprechenden und inhaltlich überzeugenden Beitrag der Emder Agentur Von der See ab“, freut sich Kurdirektor Armin Korok. Auch der Aufsichtsrat der Wirtschaftsbetriebe habe dieses Votum noch am gleichen Tag bestätigt.

Der ausgewählte Entwurf sieht neben dem in frischen Farben gestalteten Logo mit „Hier beginnt Meer“ bzw. „(Viel) Meer als Du denkst“ jeweils auch einen neuen einheitlichen Kernslogan für das touristische Marketing und das Standort-Marketing der Stadt Norden vor. Letzteres soll vor allem Entscheidungen von Unternehmen und
Fachkräften für eine Ansiedlung in der Region positiv beeinflussen. „Die Bedeutung Nordens als Wirtschaftsstandort und Lebensmittelpunkt mit prädestinierter Küstenlage lässt sich zukünftig mithilfe der neuen Ansprache textlich wie bildlich überregional ausspielen“, so Kerstin Krüger vom Fachdienst Wirtschaftsförderung
und Stadtmarketing.

In enger Absprache zwischen Stadt und Tourismus-Service wird nun in Emden, Norden und Norddeich intensiv an den Details des neuen Kommunikationskonzeptes gearbeitet. „Unser Ziel ist es, das heute vorgestellte Grundkonstrukt für ein neues Corporate Design möglichst zeitnah zu verfeinern und auf die verschiedenen relevanten Kommunikationskanäle zu übertragen“, betont Kurdirektor Armin Korok. Es gehe darum, dem Auftritt Norden-Norddeichs insgesamt mehr Kontur und Schärfe zu verleihen und die Wahrnehmung als moderner Urlaubsort und lebenswerte Stadt nachhaltig zu steigern.

„Gleichzeitig werden wir umgehend die Mammutaufgabe angehen, das inzwischen über 10 Jahre alte Norden-Norddeich- bzw. Norden-Nordsee-Logo möglichst kurzfristig auf allen Trägern und in allen Medien zu ersetzen – vom Briefpapier bis hin zum Strandkorb“, so die Norddeicher Touristiker, die deutlich machten, dass die neuen grafischen Elemente bei weitem nicht nur zur Verwendung für eigene
Zwecke gedacht sind.

„Die Wahrnehmung als attraktives Urlaubsziel hängt schließlich auch davon ab, dass sich möglichst viele Anbieter den Gästen von morgen mit einer stimmigen und harmonischen Ansprache präsentieren. Gerne stellen wir deshalb allen touristischen Leistungsträgern die neuen grafischen Elemente auf Anfrage kostenlos zur Verfügung – etwa, wenn Vermieter sie im Rahmen einer eigenen Anzeige oder Webpräsenz verwenden möchten“, so Armin Korok.

Der ausgewählte Entwurf sei so überzeugend, dass auch die Stadtwerke Norden aktuell eine Umstellung auf das neue Erscheinungsbild in Erwägung ziehen würden. „Tourismus-Service, Stadtwerke und Stadt in einem Design – damit wären wir in der
Außendarstellung des „Konzerns Stadt Norden“ einen riesigen Schritt weiter“, freut sich Kerstin Krüger.

Erlebniswelt ostfriesische Teekultur

Es ist kalt und wird viel zu früh dunkel, oftmals pfeift uns auch noch ein eisiger Wind entgegen: Was gibt es da Schöneres, als sich im Herbst und Winter von einer Tasse aromatischen Tees von innen wärmen zu lassen. Und wo könnte man diesen Tee besser genießen als in Ostfriesland? Schließlich weisen die Ostfriesen mit einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch von etwa 290 Litern im Jahr den weltweit höchsten Teekonsum auf. In Ostfriesland kann man dabei nun auch wieder den Geheimnissen des Tees auf die Spur kommen – im Ostfriesischen Teemuseum Norden.

Spielerisch, modern und multimedial

„Erlebniswelt ostfriesische Teekultur“: Unter diesem Motto hat das Museum nach über einjähriger Umbauzeit nun wieder seine Pforten geöffnet. Die neue Ausstellung präsentiert sich spielerisch, modern und multimedial. Der rote Faden ist der Ostfriesische Tee. Wie eng die Geschichte der Stadt Norden mit dem Überseehandel verbunden ist, wie der Tee nach Ostfriesland kam und was es mit der speziellen „Ostfriesen-Mischung“ auf sich hat, darüber wird hier auf anschauliche und vor allem unterhaltsame Weise informiert.

Es geht aber nicht nur um den Tee selbst, sondern auch um das „Zubehör“, das den Teegenuss erst perfekt macht: So kann man in einem Werkstattraum erleben, wie Porzellan sein typisches Rosendekor erhält oder wie ein klassisches Stövchen entsteht. Der Tee muss den Vergleich mit anderen weitgereisten Genussmitteln wie Kakao, Tabak und Kaffee im Übrigen nicht scheuen: Im Teemuseum werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten, die Einflüsse auf Gesundheit und Krankheit und selbst die erotisierende Wirkung der einzelnen Stoffe diskutiert.

Strandspaziergang und gemütliche Teestube

Nach dem Besuch des Teemuseums kann man übrigens ganz entspannt einen Strandspaziergang im Nordseeheilbad Norddeich unternehmen oder durch die malerische Altstadt von Norden bummeln. Hier lässt sich dann auch gleich das neue Teewissen in einer gemütlichen Teestube in die Praxis umsetzen – bei einem heißen Tee mit „Kluntje“, dem speziellen ostfriesische Kandiszucker. Unter www.norddeich.de gibt es alle weiteren Informationen.

Erlebnisse in Norden-Norddeich und Umgebung auf einen Blick

Zum ersten Mal bieten die Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden eine sogenannte Erlebniskarte für Busreiseveranstalter. Sie wurde mit den interessantesten Sehenswürdigkeiten in Norden-Norddeich gestaltet und gibt zudem einen Gesamtüberblick über Ausflugsmöglichkeiten in die Umgebung.

Die Karte ist übersichtlich und bildlich gestaltet und gibt sofort einen Überblick über die Ausflugsmöglichkeiten und deren Entfernungen von Norden-Norddeich aus. Die Region setzt weiter auf den Gruppentourismus und hat mit dieser Erlebniskarte ein weiteres Element geschaffen, um den Ausbau dieser Zielgruppe noch mehr voranzutreiben.
„Norden-Norddeich bietet einen ausgezeichneten Ausgangspunkt für Ausflüge in die Umgebung und wir möchten mit dieser Erlebniskarte die Busreiseveranstalter bei ihrer Touren-Planung weiter unterstützen“, erklärt Kai Hillmann von den Wirtschaftsbetrieben Norden-Norddeich. Erst kürzlich entstand die neue Internetseite www.busreisen-norddeich.de, die ebenso speziell für die Gruppen- und Bustouristik entwickelt wurde. Hier erfährt der Touristiker alles Notwendige, was er für seine Tourenplanung benötigt.

Ganz nach dem Motto „Bei uns hat der Urlaub Meer zu bieten“, haben viele der Ausflugsvorschläge mit dem maritimen Thema zu tun. Touren zu den Ostfriesischen Inseln, nach Wilhelmshaven ins Marinemuseum oder nach Pilsum zu Otto Walkes Leuchtturm, sind nur einige Beispiele, die auf der Karte verzeichnet sind. Aber auch das Nordseeheilbad Norden-Norddeich selbst hält neben dem Meer eine Menge an Sehenswürdigkeiten, Museen und Einkaufsmöglichkeiten bereit.

Die Erlebniskarte sowie Themenvorschläge und ausgearbeitete Gruppen -Arrangements können im Internet auf www.busreisen-norddeich.de direkt abgerufen werden. Weitere Informationen gibt es bei der Kurverwaltung Norden-Norddeich auf www.norddeich.de, Ansprechpartner Kai Hillmann, per E-Mail Gruppen@norddeich.de oder unter Telefon 04931-986255.

Ludgeri-Kirche in Norden

Die heute größte mittelalterliche Kirche Ostfrieslands – Ludgeri-Kirche – steht im Zentrum des Norder Marktplatzes. Der älteste Teil dieser Kirche ist das niedrigere Langhaus, das – höchstwahrscheinlich als Nachfolgerin einer Holzkirche – im frühen 13. Jahrhundert als romanische Einraumkirche erbaut wurde. Diese schloß im Osten mit einer halbrunden Apsis (Altarraum) ab und hatte zwei Eingänge an der Nord- und Südseite, kleine Rundbogenfenster und eine flache Holzbalkendecke.

Geweiht war sie dem heiligen Ludger, dem in Westfriesland geborenen Apostel der Friesen und ersten Bischof von Münster (gestorben 809). Die Kirche hatte den Rang einer Sendkirche für das Norderland, d.h. in ihr wurde in kirchlichen, aber auch in weltlichen Angelegenheiten Recht gesprochen.

Fahrten mit der Museumseisenbahn Küstenbahn Ostfriesland von Norden nach Dornum

Die Strecke der Museumseisenbahn Küstenbahn Ostfriesland
ist das westliche Teilstück der ehemaligen Bahnlinie „Emden – Norden- Jever- Wilhelmshaven“ und liegt auf der ostfriesischen Halbinsel im äußersten Nordwesten der Bundesrepublik Deutschland.

Es erwartet Sie eine 17 km lange beschauliche Fahrt durch eine abwechslungsreiche Landschaft: Im Bummelzugtempo geht es aus dem Norder Bahnhof heraus entlang des südöstlichen Stadtrandes. Der mitten im Lütetsburger Nordholz gelegene Haltepunkt Lütetsburg ist die erste Zwischenstation. Von hier ist es nur ein kurzer Fußweg bis zum Lütetsburger Schloßpark. Nur einige Bahnkilometer weiter ist man im historischen Marktflecken Hage, von wo es nach einem kurzen Zwischenhalt durch den Berumer Wald hinaus in die weite Marschenlandschaft geht. Nach dem Halt am Haltepunkt Westerende ist dann einige Kilometer weiter die alte „Herrlichkeit“ Dornum erreicht.

Der Verein Museumseisenbahn Küstenbahn Ostfriesland e.V. betreibt die Museumsbahn auf ausschließlich ehrenamtlicher Basis. Eisenbahnverkehrsunternehmer (EVU) und Eisenbahninfrastrukturunternehmer (EIU) im eisenbahnrechtlichen Sinne ist die Gemeinde Dornum, ohne selbst dabei aktiv in Erscheinung zu treten. Mit der Betriebsführung ist der MKO e.V. beauftragt. Eigentümer der 17 km langen Strecke sind die Anliegergemeinden, von denen die MKO e.V. die Bahnanlagen zur Durchführung des Betriebes gepachtet hat.

Neben der Organisation und Durchführung des Eisenbahnbetriebes warten die Mitglieder den Fuhrpark, restaurieren weitere Fahrzeuge für einen späteren Einsatz und bauen die eisenbahntechnische Sammlung des Museums weiter aus. Der Verein ist auch für die Instandhaltung der Gleisanlagen, sämtlicher dazugehörigen technischen Einrichtungen und die angemieteten Baulichkeiten, also der so genannten Infrastruktur verantwortlich.

Mehr Infos bei Museumseisenbahn Küstenbahn Ostfriesland e.V.

Kleine Teekunde vom Teemuseum Norden

Schwarzer und grüner Tee wurden ursprünglich von der chinesischen oder der indischen Teepflanze gewonnen, heute ausschließlich aus Kreuzungen beider Grundsorten. Der Teestrauch kann je nach Sorte zwei bis zwanzig Meter hoch werden, in den Teegärten wird er aber für die handlichere Ernte stets auf ca. 1,20 m Höhe gehalten. Geerntet wird von den jungen Trieben jeweils die Spitze, die aus der Blattknospe und den beiden darunter befindlichen noch hellgrünen Blättern besteht. Die Blätter werden noch auf der Plantage weiterverarbeitet: Die Blätter müssen anwelken und werden dann sanft zerstoßen, rollen nennt das der Fachmann. Dabei wird die Blattstruktur aufgebrochen, die blatteigenen Enzyme verbinden sich mit dem Sauerstoff der Luft und es setzt ein Oxydationsprozeß ein. Bei dieser sogenannten Fermentation entstehen die Aromen, die später den Geschmack des Tassenaufgusses beeinflussen. Nach wenigen Stunden wird die Fermentation durch Hitzezufuhr abgebrochen, der Tee wird ein letztes Mal getrocknet und ist nun fertig zum Versand. Die Blätter, die grünen Tee ergeben sollen, werden sofort stark erhitzt und anschließend gerollt und getrocknet. So unterbleibt der Vorgang der Fermentation, der die Blätter schwarz einfärben würde. Der zerkleinerte und getrocknete Tee wird nun noch nach Blattgröße sortiert, verpackt und auf Teeauktionen verkauft. Im Bestimmungsland wird der Tee je nach Landesgeschmack noch aromatisiert oder es werden unterschiedliche Sorten zusammengemischt. Hierbei haben sich inzwischen lange Traditionen herausgebildet, die fest in den jeweiligen Teetrinkerregionen verwurzelt sind. Die Zusammenstellung von Tees unterschiedlicher Anbaugebiete zu einer ganz eigenen Geschmacksrichtung richtet sich heute nach den Vorlieben der Verbraucher. Dabei ist das Mischen eine Kunst für sich: Tee ist niemals gleich Tee und je nach Witterungseinfluß wird die Ernte vom gleichen Teestrauch jedes Jahr anders ausfallen. Damit der Teegenießer einen immer gleichen Geschmack in seiner Tasse vorfindet, muß ein hoher Aufwand betrieben werden: Aus vielen ähnlich schmeckenden Sorten muß ein Teetester jedes Jahr nach der neuen Ernte den für die Mischung typischen Geschmack neu zusammenstellen, eine Arbeit, die langjährige Erfahrung und höchste Konzentration erfordert. Ein angenehmer Nebeneffekt des Teemischens ist dabei, daß eine stets gleich bleibend hohe Qualität der verwendeten Teesorten garantiert ist. Guter Tee ist die Grundlage jeder Teekultur, die sich in Europa seit dem frühen 18. Jahrhundert herausgebildet hat. Bei einem Gang durch das Museum werden Sie ihre ganze Vielfalt kennenlernen.

Text: Teemuseum Norden