26. Internationalen Filmfest Emden-Norderney

Mit der britischen Krimikomödie „Mr. Holmes“ von Bill Condon als Eröffnungsfilm wird Emden vom 3. bis 10. Juni wieder eine Woche lang zur Filmfestival-Stadt am Meer: Die 26. Ausgabe des Internationalen Filmfest Emden-Norderney präsentiert in 150 Vorstellungen über 70 internationale Spiel- Dokumentar- und Kurzfilme im CineStar-Kino, im Neuen Theater, im vhs-Forum der Stadt Emden sowie auf Norderney. Ian McKellen spielt in „Mr. Holmes“ den gealterten Meisterdetektiv Sherlock Holmes, der im London der Nachkriegszeit einen letzten Fall lösen muss. Der Emder Eröffnungsfilm wird im Dezember seinen deutschen Kinostart erleben.

Im 26. Jahr seines Bestehens gilt das Internationale Filmfest Emden Norderney als eines der profiliertesten und stimmungsvollsten Festivals in Deutschland. Die Jubiläumsausgabe im vergangenen Jahr besuchten über 24.000 Zuschauer, womit ein neuer Rekord aufgestellt wurde. Auch in diesem Jahr vergibt das Filmfest Emden Preise im Wert von über 50.000 Euro, darunter den Emder Schauspielpreis für eine herausragende Leistung für das deutsche Kino, gestiftet von der Emder Dirks Group. Darüber hinaus werden der mit 10.000 Euro dotierte Bernhard Wicki Preis, gestiftet von Score, sowie der mit 12.000 Euro dotierte Emder Drehbuchpreis verliehen, der von der Weets Gruppe gestiftet wird. Der Programmplan des 26. Internationalen Filmfest Emden Norderney wird am 22. Mai 2015 unter www.filmfest-emden.de veröffentlicht.

24. Internationale Filmfest Emden-Norderney

Am 5. Juni 2013 ist es soweit, das 24. Internationale Filmfest Emden-Norderney wird eröffnet. Das bundesweit beachtete und international anerkannte Publikumsfestival wartet auch in diesem Jahr mit einer Melange aus dem Filmprogramm und den vielfältigen begleitenden Veranstaltungen auf und bietet so einen regen Austausch zwischen Publikum und Filmschaffenden.

Jubiläum auf Norderney
Und es ist ein Jubiläumsjahr: seit 15 Jahren ist die Insel Norderney neben Emden Veranstaltungsort des Filmfestes. Fans der Insel verbuchen den Filmfesttermin seitdem fest in ihrem Kalender. Und auch bei Filmschaffenden erfreut sich Norderney großer Beliebtheit, wird doch dort der Preis „Ein Schreibtisch am Meer“ verliehen. So haben Anfang 2013 gleich drei der vorjährigen Preisträger – Max Zähle, Almut Getto und Sheri Hagen – den Preis eingelöst.

Schwerpunkte des Festivals
Schwerpunkt des Festivals sind aktuelle Filme aus dem nordwesteuropäischen Raum, wobei eine Vielzahl der gezeigten Filme britische, irische und deutsche Produktionen sind. Neue Filme aus dem deutschsprachigen Raum sowie Regie- und Schauspielerportraits vervollständigen das Programm.

So wird es in diesem Jahr eine Filmreihe zu Ehren von Kate Winslet geben. Ihr widmet das Filmfest ein Portrait, in dessen Rahmen es vier Filme der Oscar Preisträgerin zeigt: „Titanic“ in einer 3D-Version, die Verfilmung von Bernhard Schlinks berühmten Roman „Der Vorleser“, das romantische Drama „Vergiss mein nicht!“ von Michel Gondry und Polankis „Der Gott des Gemetzels“.

Die umfangreiche Reihe neuester britischer und irischer Filme wird durch die „Britfilms“ unterstützt. In dieser seit 2011 erfolgreich bestehenden Kooperation mit der AG Kino Gilde werden speziell für Schüler ausgewählte Filme gezeigt. In diesem Jahr läuft im Rahmen des Schulfilmprogramms unter anderem Justin Chadwicks „The First Grader“, die 2011 in Emden mit dem Bernhard Wicki und DGB Filmpreis ausgezeichnete wahre Geschichte des Kenianers Maruge, der im Alter von 84 Jahren beschließt, Lesen und Schreiben zu lernen.

Emder Drehbuchpreis 2013: Barbara Auer Jurymitglied
In der Fachwelt ist das Filmfest auch bekannt und beliebt für die Vergabe des Emder Drehbuchpreises, der mit 12.000€ hoch dotiert und einer der renommiertesten nationalen Drehbuchpreise ist. Er wird von einer durch das Grimme Institut berufenen Jury ausgelobt. In diesem Jahr konnte das Institut die bekannte Schauspielerin Barbara Auer als Jurymitglied gewinnen. Unter dem Vorsitz von Dr. Ulrich Spies (Leiter des Referates Grimme-Preis beim Grimme Institut) werden zudem Magnus Vattrodt (Drehbuchautor), Dagmar Hirtz (Regisseurin, Drehbuchautorin, Cutterin) und Dr. Torsten Körner (Journalist) als Mitglieder der Jury aus den 84 eingesandten Drehbüchern den Preisträger auswählen. Mit Barbara Auer, Dagmar Hirtz und Magnus Vattrodt sind drei der Jurymitglieder auch Grimme Preisträger.

Das Festival findet vom 5. bis 12. Juni 2013 statt. Weitere Informationen finden Sie unter www.filmfest-emden.de und www.facebook.com/filmfestemden

Kunsthalle Emden 11. Februar bis 17. Juni 2012. Karl Hofer: von Lebensspuk und stiller Schönheit

Wohl kaum ein deutscher Künstler war so produktiv wie Karl Hofer (Karlsruhe 1878 – 1955 Berlin). Sein Œuvre umfasste annähernd 3.000 Gemälde und unzählige Zeichnungen. Von diesem enormen Werkbestand gingen durch die Beschlagnahme der Nationalsozialisten und durch die Zerstörung seines Berliner Ateliers während eines Bombenangriffs 1943 mehrere hundert Arbeiten verloren.
Hofer zählt – ähnlich wie Max Beckmann oder Oskar Kokoschka – zu den großen Einzelgängern des 20. Jahrhunderts, wohl auch deshalb, weil seine Malerei stilistisch schwer zu fassen ist und sich einer Zuordnung widersetzt. Während das Frühwerk noch durch Vorbilder wie Hans von Marées und Paul Cézanne geprägt ist, findet er um 1920 in Berlin zu seiner eigenen unverwechselbaren künstlerischen Bildsprache. Seine schlichten Kompositionen mit klaren Formen und ruhigen Farben stießen in der Kunstwelt auf große Resonanz und verschafften ihm insbesondere in den 1920er und 1930er Jahren große Ausstellungserfolge. Erst mit dem nach 1945 einsetzenden Spätwerk veränderte Hofer seinen Stil und seine Palette erheblich, die Farben wurden nun kräftiger und hart neben einander gesetzt.
Die Ausstellung zeigt frühe Gemälde mit biografischem Bezug, richtet den Fokus aber vor allem auf die Themen, die den Künstler Zeit seines Lebens immer wieder beschäftigten. Zu diesem Motivrepertoire zählen die so genannten Mädchen mit Blumen und Jungen mit Ball, Frauenakte, Lesende, Schreibende und Musizierende, Maskeraden und Zirkusdarstellungen und zuletzt Tischgesellschaften. Hofers besonderes Interesse galt stets der Darstellung des Menschen. Seine Figuren, die oftmals still verharrend, in sich gekehrt ihren Gedanken nachzuhängen scheinen, zeugen von einer für Hofer typischen Schönheit. Höchst subtil und gänzlich anders als die Künstler der Neuen Sachlichkeit, verarbeitete auch er in seinen Bildern die Schrecken der beiden Weltkriege und thematisierte als deren Folge die Vereinsamung des verängstigten und innerlich ruhelosen Menschen, aber auch die Gleichgültigkeit gegenüber gesellschaftlicher und politischer Veränderung.
Für das Schaffen des Künstlers ist charakteristisch, dass er einmal gefundene Bild-kompositionen über Jahre und sogar Jahrzehnte hinweg immer wieder aufgriff und variierte. Innerhalb der verschiedenen Themen sind deshalb beispielhaft Werkgrup-pen zusammen gestellt, die unterschiedliche Versionen eines Motivs zeigen. Über den Vergleich dieser Arbeiten wird zum einen die stilistische Veränderung nachvoll-ziehbar. Eindrucksvoll ist zum anderen die Entdeckung, dass sich manche Werke – einem Suchbild vergleichbar – in Aufbau und Ausführung erstaunlich ähneln, während andere Beispiele sich in der Komposition zwar gleichen, stilistisch und farblich aber vollkommen anderer Ausprägung sind. Das zeitliche Spektrum umfasst fünf schaffensreiche Lebensjahrzehnte, mit dem Schwerpunkt auf den 1920er und 1930er Jahren.

Die Ausstellung vereint 75 Gemälde aus Museen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie etliche selten und noch nie gezeigte Werke aus privaten Sammlungen. Ausgewählte Zeichnungen sowie ein Skizzenbuch mit Karikaturen und ein von Hofer skizziertes Verzeichnis seiner Werke runden die Schau ab.

Weihnachten fiebert man in Emden direkt am Wasser entgegen.

Im Ratsdelft, nur wenige Meter vom Weihnachtsmarkt (21.11.-23.12.) entfernt, erstrahlen drei Museumsschiffe und vier Traditionsschiffe in festlichem Glanz. Besonders herausgehoben ist das Weihnachtsschiff, der Schoner Avontuur, dessen außergewöhnliche Ausstattung seinem Namen alle Ehre macht. Gleich dahinter liegen drei weitere Traditionsschiffe, die neben einem herrlichen Anblick auch Köstlichkeiten aus der Kombüse bieten.

An den Schiffen vorbei, führt der Weg zur Eisbahn, wo Sport, Spiel und Spezereien geboten werden. Auf der gegenüberliegenden Delftseite haben die Museumsschiffe, die in diesem Jahr heller denn je erstrahlen, ihren Liegeplatz. Beleuchtet werden darüber hinaus die Delftpromenade sowie erstmals der Rathausbogen und die Brücken – ein weihnachtliches Lichtermeer mit maritimem Flair, das in Ostfriesland einzigartig ist.

Nach einem Spaziergang rund um den weihnachtlichen Delft und über den heimeligen Weihnachtsmarkt, dem Engelkemarkt, wärmt man sich in Emden traditionell bei einem Ostfriesentee auf. In der Adventszeit darf es aber auch ein Glühwein oder eine Feuerzangenbowle sein. Der Engelkemarkt, der seinen Namen dem „Engelke up de Muer“ im Emder Stadtwappen verdankt, bietet ab 21.11. täglich von 11 bis 20 Uhr Gemütlichkeit bei Glühwein und Co. für die Großen und ein buntes Unterhaltungsprogramm von Bilderbuchkino bis Weihnachtsmannbesuch für die Kleinen. Der gesamte „Bunte Teller“ an Veranstaltungen in der Adventszeit ist unter www.engelkemarkt.info zu finden.

22. Internationales Filmfest Emden – Norderney vom 15. bis 22. Juni 2011

Bereits zum 13. Mal wird Norderney am Internationalen Filmfest beteiligt sein. Schon heute kann gesagt werden, dass dieses Jahr ein außergewöhnlich hochkarätiges Programm auf die Filmfestbesucher auf Norderney wartet. Insgesamt werden 23 Produktionen (Spielfilme) und die Kurzfilmnacht mit 11 Beiträgen über die Bühne des historischen Kurtheaters gehen. Am Wochenende wird zusätzlich der „Grosse Saal“ im Conversationshaus bereitstehen, um ein noch kontrastreicheres Programm bieten zu können.

Neben den verschiedenen Wettbewerben rund um den Bernhard-Wicki-Preis steht die Schauspielerin Martina Gedeck im Mittelpunkt, die mit dem Schauspielpreis ausgezeichnet wird. Ebenso gibt es ein Special des gerade mit dem Oscar ausgezeichneten britischen Schauspielers Colin Firth. Und der
vom Hotel Seesteg auf Norderney gesponserte Preis „Ein Schreibtisch am Meer“ (Gewinner 2010 Ken Duken) wird erstmals direkt auf Norderney vergeben.

Dank der guten Zusammenarbeit mit den Norderneyer Schulen werden auch wieder alle Inselschulkinder einen Beitragsfilm sehen können.
Die persönliche Atmosphäre im kuscheligen Kurtheater gibt den Gästen die Möglichkeit, sehr direkt mit den prominenten Filmschaffenden in Kontakt zu treten. Direkt nach den Beitragsfilmen finden auch immer Interviews auf der Bühne statt.

Wer einmal das Filmfestival hautnah erleben möchte, kann dies in diesem Jahr auch mit einer vergünstigten Pauschale tun, die neben der Unterkunft auch die Überfahrt und den Eintritt zum 22. Internationalen Filmfest Emden – Norderney beinhaltet.
Info und Buchung unter 04932-891300
Stichwort Filmfest.

Landesmuseum Emden: Schein oder Wirklichkeit? Realismus in der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts

Das Ostfriesische Landesmuseum Emden präsentiert im Frühjahr und Sommer 2010 eine im Nordwesten einmalige Sonderausstellung mit Werken aus dem „Goldenen Zeitalter“ der niederländischen Malerei.
„Schein oder Wirklichkeit? Realismus in der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts“ ist eine der drei Hauptausstellungen der kulturellen Veranstaltungsreihe „Abenteuer Wirklichkeit“, die in diesem Jahr Ostfriesland beherrscht. Nach der Trompe l’oeil-Ausstellung der Kunsthalle Wilhelmshaven und der Realismus-Ausstellung der Kunsthalle Emden rückt nun das Ostfriesische Landesmuseum Emden ins Zentrum des ostfriesischen Kulturangebots.
Auf rund 500 Quadratmetern werden mehr als 80 Gemälde so bedeutender Maler wie Jan Steen, Willem Kalf oder Samuel van Hoogstraten ausgestellt. Die niederländischen Meister setzten mit ihren technisch und ästhetisch meisterhaften Werken neue Maßstäbe in der Kunst und gelten als Wegbereiter des modernen Realismus.
Präsentiert werden unter anderem namhafte Leihgaben aus großen öffentlichen Sammlungen wie zum Beispiel in Hamburg, Schwerin, Berlin, Karlsruhe, Bonn oder Groningen. Darunter sind Meisterwerke, die erstmals seit Jahren ausgestellt werden. Hinzu kommen Kunstwerke aus zwei privaten Sammlungen – Werke also, die nur ausnahmsweise der Öffentlichkeit zugänglich sind. In ihrer Breite, ihrem Facettenreichtum und ihrer Qualität ist diese Zusammenstellung niederländischer Meisterwerke in Ostfriesland einmalig. Auch für Kenner der niederländischen Kunst gibt es viel Neues zu entdecken.
Die Werke zeigen Alltagsdarstellungen, Landschaften, Tierbilder, Interieurs und Stillleben und beeindrucken durch eine wirklichkeitsnahe Schilderung. Der Betrachter sieht perspektivisch hoch komplizierte Räume, fotografisch genau wiedergegebene Materialien, täuschend echt wirkende Spiegelungen, Lichter und Schatten, Illusionen von Nah und Fern. Höhepunkte sind illusionistische Kunststücke, die mit der wiedergegebenen und künstlerischen Realität spielen. Gemälde dieser Art lassen fast vergessen, dass alles nur Farbe und Bindemittel auf Holz oder Leinwand ist.

Bei näherem Hinsehen offenbart sich eine weitere Realität jenseits der Bildebene. Alltagszenen und Naturabbildungen werden durch optische oder inhaltliche Widersprüche neu interpretiert. Viele der vordergründig eindeutigen Alltagsszenen enthalten in einer symbolischen Bildersprache „versteckte“ Botschaften zu Themen wie Tugend und Laster. So warnt die auf den ersten Blick fröhliche Wirtshausszene von Hendrick Martensz. Sorgh vor der Verschwendung von Lebenszeit. Die „schlafende Frau“ von Jacob Duck ist nicht von der Arbeit müde; die Kinder sind sich selbst überlassen. Der harmlos anmutende „Besuch des Arztes“ von Hoogstraten stellt bei näherem Hinsehen eine Szene aus einer zeittypischen Burleske dar. Und was sagt uns Petrus Staverenus’ junge Frau mit den Schellfischen wirklich?
Mit Schein oder Wirklichkeit? thematisiert das Ostfriesische Landesmuseum Emden die seit dem 16. Jahrhundert bestehende enge geschichtliche und kulturelle Verbindung zwischen Nordwestdeutschland und den Niederlanden. Dieser Blick über die Landesgrenzen hinaus ist charakteristisch für das kunst- und kulturgeschichtliche Angebot des Hauses. In einer umfassenden Sammlung von Zeitzeugnissen werden hier die Geschichte und die Identität der gesamten Ostfriesischen Halbinsel lebendig. Dies umfasst neben der bekannten Emder Rüstkammer mit seinem beeindruckenden Bestand niederländischer Radschlosspistolen die Moorleiche „Mann von Bernuthsfeld“, das Emder Silberkabinett sowie eine bedeutende Sammlung von Gemälden, die ebenfalls zum Teil in der Ausstellung Schein oder Wirklichkeit? zu sehen sind.
Wesentlich bei der Ausgestaltung von Schein oder Wirklichkeit? war die Prämisse, dass Kunst auch Spaß machen darf. So wurde die Abteilung Museumspädagogik von Anfang an mit einbezogen. Im Ergebnis bieten verschiedene interaktive Elemente und begleitende Veranstaltungen die Möglichkeit, sich das Thema in Teilen spielerisch zu erschließen. Unter anderem können Stillleben nachgestellt, Anamorphosen gebaut sowie eine Camera obscura von innen besichtigt werden. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben kostenlosen Eintritt.
Die Ausstellung Schein oder Wirklichkeit? wird großzügig von der BARD-Gruppe sowie vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur und der Stadt Emden gefördert. Sie ist Teil des von der Ostfriesischen Landschaft organisierten Kulturthemenjahres „Abenteuer Wirklichkeit“ und steht unter der Schirmherrschaft des Niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff.
Es erscheinen ein Begleitband zur Ausstellung und ein Kunstbuch für Kinder und Familien.

Die Johannes-a-Lasco-Bibliothek in Emden

Die Johannes-a-Lasco-Bibliothek (JALB) ist eine öffentlich zugängliche geisteswissenschaftlich und theologisch ausgerichtete Spezialbibliothek in Emden. Namensgebend ist der aus Polen stammende Reformator Johannes a Lasco, der zwischen 1540 und 1555 in Emden wirkte. Besondere Sammelgebiete sind die Geschichte und Theologie des reformierten Protestantismus, die Konfessionsgeschichte der Frühen Neuzeit und die Landesgeschichte Ostfrieslands.

In den Ruinen der 1943 bei einem Luftangriff zerstörten Großen Kirche wurde die Bibliothek 1995 nach dreijähriger (Um-)Bauzeit eröffnet. Sie geht auf das Archiv und die seit 1559 bestehende Büchersammlung der reformierten Gemeinde Emden zurück und dient als öffentliche Bibliothek mit dem Schwerpunkt reformierter Protestantismus. In dieser Funktion ist sie eine wichtige Forschungsstätte – auch im europäischen Rahmen.

Die Bibliothek, in Form einer Stiftung betrieben, wurde 2001 vom Deutschen Bibliotheksverband und der Zeit-Stiftung zur Bibliothek des Jahres gewählt. Die JALB wird seit 1995 durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in ihrem Erwerbungsprogramm unterstützt.

Die JALB besitzt unter anderem Bücher aus den Bibliotheken von Erasmus von Rotterdam, Johannes a Lasco, Albert Ritzaeus Hardenberg und Petrus Medmann. Besonders wertvoll ist auch die erst 1993 übernommene bibliophile Sammlung des Kaufmanns Johann Philipp Janssen, die rund 2.000 Titel umfasst, darunter 20 Inkunabeln und mehrere wertvolle Drucke des 16. Jahrhunderts.

In der Bibliothek finden auch Konzerte, Vorträge, Ausstellungen und andere kulturelle Veranstaltungen statt. Neben der wissenschaftlichen Bedeutung ist auch die Architektur des Gebäudes hervorzuheben. In die im 15. Jahrhundert errichtete und 1943 bei einem Luftangriff zum Teil zerstörte Kirche wurden Elemente moderner Industriearchitektur eingebaut.

Quelle: Wikipedia

Kunst-Halle Emden, Stiftung Henri + Eske Nannen, Schenkung von Otto van de Loo

1986 baute der „Stern“-Gründer Henri Nannen in seiner Heimatstadt Emden ein Haus für seine Sammlung der Kunst des 20. Jahrhunderts. Sammelleidenschaft ließ eine umfangreiche Kollektion von ganz eigenem Profil entstehen. Sammlung und Ausstellungstätigkeit machten die Kunsthalle in Emden zu einem beliebten Ziel für Kunstfreunde aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland. Der deutsche Expressionismus und die Malerei der Neuen Sachlichkeit bilden das Herzstück der Sammlungs- Bestände. Zu den Glanzstücken der Sammlung zählen Arbeiten der „Brücke“-Künstler Kirchner, Heckel, Schmidt-Rottluff, Pechstein, Mueller und Nolde, aus dem Kreis des „Blauen Reiters“ von Jawlensky, Münter, Marc und Macke sowie Gemälde von Beckmann, Feininger, Kokoschka, Rohlfs, Hofer, Radziwill und Modersohn-Becker. Im zeitgenössischen Bereich sind neben einer einmaligen Auswahl russischer Kunst der „Glasnost“-Zeit, realistische Positionen und Werke der sogenannten Neuen Wilden vertrete Hervorzuheben sind etwa die Künstler Hödicke, Zimmer, Richter, Damisch, Altmeppen sowie der Russe Kantor. Die Kunsthalle in Emden hat eine Zusammenarbeit begründet mit der Sammlung der Familie Wiebe, die ihre Sammlung über die Kunsthalle in Emden Zwecken der Forschung und Volksbildung nutzbar macht.

Der Münchner Galerist und Sammler Otto van de Loo gab durch die großzügige Schenkung seiner hochkarätigen Kunstsammlung den entscheidenden Anstoß zur Erweiterung der Kunsthalle. Mit den Werken der Schenkung erfährt die Sammlung der Kunsthalle in Emden eine kongeniale Erweiterung in die Zeit nach 1945. HP Zimmer – sowie wichtige Künstler Die „Pilot“- Galerie Otto van de Loo war seit 1957 ein international wichtiges Forum und Refugium für unkonventionelle künstlerische Positionen, die aus heutiger Sicht die Malerei der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entscheidend geprägt haben. Insbesondere gehören Arbeiten der Künstler der Gruppe CoBrA wie Jorn, Appel, Constant, Alechinsky, die Mitglieder der Künstlergruppe SPUR – Fischer, Prem, Sturm und des internationalen Informel wie Tàpies, Saura und Schumacher zur Schenkung Otto van de Loo. Doch auch Künstler der jüngeren Generation wie Arnulf Rainer, Miriam Cahn oder Gunter Damisch sind mit wichtigen Werken vertreten.

Texte: Kunsthalle Emden