Ostfriesland : Neuigkeiten von den Gezeitenkonzerten 2016

Stimmungsvolle Sommerabende an besonderen Orten und Musik, die zum Träumen verführt – im Jahr 2016 lassen sich die Gezeitenkonzerte der Ostfriesischen Landschaft von Shakespeares Meisterwerk berühren und laden zu einem klingenden „SommerNachtsTraum“ ein. Passend zum 400. Todestag des Dichters dürfen sich Besucher vom 24. Juni bis zum 14. August 2016 auf ein literarisch inspiriertes Programm mit eindrucksvollen Künstlern freuen. Die Schirmherrschaft der Gezeitenkonzerte 2016 wird Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil übernehmen.

Zum mittlerweile fünften Mal bringen die Gezeitenkonzerte Ostfriesland zum Klingen. Dieses kleine Jubiläum gibt die Gelegenheit, an großartige musikalische Momente zu erinnern, zu denen der künstlerische Leiter Prof. Matthias Kirschnereit und das Team der Ostfriesischen Landschaft das Publikum seit 2012 Sommer für Sommer einladen.

Für 2016 haben sich bereits die ersten Musiker angekündigt, darunter Violinist Daniel Hope, Pianist Lars Vogt, Bratschist Nils Mönkemeyer, Cellist Alban Gerhardt, die Flötistin Magali Mosnier, Sopranistin Julia Bauer, das David Orlowsky Trio und das Kuss Quartett. Zudem bietet Helmut Lachenmann, Komponist Neuer Musik, dem Publikum die seltene Gelegenheit, mit dem Komponisten selbst über sein Werk zu sprechen.

Den Auftakt der Gezeitenkonzerte 2016 gibt das Mendelssohn Kammerorchester Leipzig am 24. Juni in der Johannes a Lasco Bibliothek in Emden. Das Abschlusskonzert wird am 14. August wie bereits im vergangenen Jahr auf dem Polderhof des Friesenpferdegestüts Brümmer in Bunderhee stattfinden. Hier wird die Mendelssohn-Ouvertüre aus dem „Sommernachtstraum“ von der Jungen Philharmonischen Orchester Niedersachsen (JPON) erklingen und die Besucher verzaubern. Bis dahin wird immer wieder die musikalische Brücke zu Shakespeares Sommernachtstraum geschlagen.

Die Schirmherrschaft der Gezeitenkonzerte 2016 hat Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil übernommen. Die Ostfriesische Landschaftliche Brandkasse ist auch 2016 Hauptförderer der Gezeitenkonzerte und das Volkswagen Werk Emden wird erneut den Fuhrpark für die Gezeitenkonzerte stellen. Nach den großen Erfolgen der vergangenen Jahre ist das Festival auch 2016 mit einem Gezeiten-Classixx-Konzert zu Gast im Werk.

Die Nachwuchsförderung steht bei den Gezeitenkonzerten von Anfang an im Mittelpunkt und so wird die Kooperation mit TONALi Hamburg fortgesetzt. Drei Schulen haben bereits Interesse bekundet, beim Musikvermittlungs-Schul-Projekt mitzumachen. Kooperationen gibt es außerdem mit der Kammermusikabteilung der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover unter der Leitung von Prof. Oliver Wille, mit der Mozart-Gesellschaft Dortmund u.v.m.

Die Gezeitenkonzerte sind außerdem Teil des EU-Projektes „SPREAD – Skills, Practice and Recruitment of European Musicians for tomorrow. Audience Development in classical music“, das aus Mitteln von „Creative Europe“ gefördert wird. Lead-Partner ist die Gustav-Mahler-Akademie Bozen (Italien). Weitere Partner sind das Gustav Mahler Jugendorchester (Wien, A) und The Monteverdi Choir and Orchestras Limited, zu denen u. a. die English Baroque Soloists (London, UK) gehören. Bei den Gezeitenkonzerten wird es zwei Bach-Abende mit Mitgliedern der English Baroque Soloists zusammen mit erfolgreichen Teilnehmern der Mahler-Akademie geben.

Dann kann das Träumen ja schon jetzt beginnen.

Die Gezeitenkonzerte 2016 finden vom 24. Juni bis 14. August an unterschiedlichen Spielorten zwischen Dollart und Jadebusen auf der ostfriesischen Halbinsel statt. Jedes Jahr sind weltbekannte Musiker und junge, aufstrebende Künstler, die „Gipfelstürmer“, aus Klassik, Jazz und Literatur zu Gast in atmosphärischen Räumen wie Kirchen, Burgen und Parks. Musikalischer Leiter des Festivals ist der zweifache ECHO-Preisträger und Pianist Matthias Kirschnereit. Die Organisation liegt in Händen der Ostfriesischen Landschaft.

Aktuelle Informationen gibt es auf www.ostfriesischelandschaft.de/gezeitenkonzerte, www.gezeitenblog.de und auf www.facebook.com/gezeitenkonzerte

Dangast: Musik zum Feierabend inmitten neuer Ausstellung

Am Sonntag, 22. März, wurde im Franz Radziwill Haus in Dangast die neue Ausstellung eröffnet. Unter dem Titel „Der Kosmos kann zerstört werden, der Himmel nicht“ wird das religiös motivierte Nachkriegswerk des Malers präsentiert. Begleitend zu der eindrucksvollen Schau wird ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm angeboten. Bild- und Textmaterial zur aktuellen Ausstellung finden Sie unter PRESSE INFO in unserer website: www.radziwill.de

Schon am Mittwoch, 25. März um 17.00 Uhr findet ein Konzert statt, auf das wir hiermit aufmerksam machen möchten: eine Klavierserenade mit Gundolf Semrau aus Wilhelmshaven. Unter dem Titel „Homophonie und Polystilistik“ präsentiert der Pianist Sonaten von Müthel, Mozart und Schnittke. Bekannt als Initiator zahlreicher Festivals und Konzerte, erhielt der in Mölln geborene Semrau seine pianistische und pädagogische Ausbildung an der Folkwang-Hochschule in Essen und an der Musikhochschule Köln. Ein musikalischer Hochgenuss inmitten großformatiger Gemälde.

Termin: Mittwoch, 25. März um 17.00 Uhr
Kosten: Erwachsene 3,00 € zzgl. Eintritt 3,50, Schüler/Studenten 1,50 zzgl. 2,00 €
(Mitglieder frei)

Lichtbildvortrag: Franz Radziwill, der Schnee und die Farbe Weiß

Wie viele Farben entdecken wir im Schnee? Nicht zuletzt in der Romantik, auch im Symbolismus und Expressionismus erreicht das Thema Schnee und Eis einen Höhepunkt. Beim Erlebnis verschneiter Landschaften verbinden sich Vorstellungen irrationaler Kräfte und die Sehnsucht nach der ursprünglichen Einheit mit der Natur. Franz Radziwill wollte die universale, lebendige und mitunter harte „Wirklichkeit“ auf die Leinwand bannen. In der Leidenschaft für das Fundamentale der winterlichen Welt hat Radziwill wie kaum ein anderer Künstler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts den Schnee und die Farbe Weiß zu einem Kraftzentrum seines Werks gemacht. Dabei besitzt die Malerei von Radziwill einen magischen oder metaphysischen Code. Über 35 beeindruckende Schnee- und Eisgemälde sind von ihm bekannt, darüber hinaus Bilder, in denen eine Vision des reinen Weiß Platz greift. Beispielhafte Motive werden im Vortrag gezeigt. Die Wahrnehmung von Kälte, Eis und Schnee, für Radziwill Lebenselixier, Bedrohung und utopische Perspektive gleichermaßen, steht im Kern von Radziwills Wirklichkeitsverständnis – und im Mittelpunkt des Vortrags.

Im Brief an den Vertrauten und Förderer Wilhelm Niemeyer schrieb der Maler 1921, als sich die Entscheidung für das Leben in Dangast in ihm vorbereitete: „Aber das Land ist heute als Leben der Erde oder des Materials ein ganz anderes als wie in der Stadt“. So gebe es den Winter zwar auch in der Stadt, merkbar am Verhalten der Menschen, aber fundamentaler entäußere sich die Wirklichkeit, auch die Wirklichkeit von Schnee und Eis, auf dem Lande: „Die Erde ist nicht tot, nein sie ist so tief lebendig (–) in ihrem Wesen Farbe und Form, aber der Mensch ist ein Kadaver, wenn er Berlin geworden ist.“

Barbara Alms, geb. 1945, studierte Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte und leitete 1989-2010 die Städtischen Galerie Delmenhorst.

Termin: Sonntag, 14. Dezember 2014, 11.30 Uhr
Kosten: Erwachsene 3,00 € zzgl. Eintritt 3,50 (Schüler/Studenten 1,50 zzgl. 2,00 €)
Mitglieder frei
Ort: Franz Radziwill Haus, Sielstraße 3, 26316 Dangast

Ostfriesland Kulturkalender 2014

Unter dem Motto „maskuline Mobiles und magische Momente“, bietet die Ostfriesische Landschaft mit der Broschüre „Ostfriesland Kulturkalender 2014“ auf 64 Seiten attraktive Veranstaltungen auf der Ostfriesischen Halbinsel*. In einer Auflage von 33.000 Stück werden von März bis Dezember 2014 dem kulturell Interessierten vor Ort ebenso wie dem Feriengast Angebote aufgezeigt, die Lust machen sollen auf Ostfriesland. Die Broschüre zeigt Herausragendes, Verbindendes und Verborgenes aus der kulturellen Vielfalt, die die gesamte Region zu bieten hat.

„In diesem Jahr gibt es einige Glanzpunkte und historische Termine, die für die Region von Bedeutung sind“, so Katrin Rodrian Leiterin der Kulturagentur bei der Ostfriesischen Landschaft. Darunter sind vier Jahrestage von sehr unterschiedlicher Art: Vor 550 Jahren wurde Ostfriesland zur Reichsgrafschaft, ein Jahrestag, der mit einem Kolloquium begangen wird, da dieser Termin zugleich auch als die „Geburtsstunde“ der Ostfriesischen Landschaft gilt. Anfang Dezember 1464, also vor 550 Jahren, wurde Ulrich Cirksena in Emden zum ersten Grafen in Ostfriesland erhoben und Ostfriesland als Territorium geeint.
Vor 100 Jahren, im Sommer 1914, brach der Erste Weltkrieg aus. Welche Auswirkungen die Weltkriegsjahre auf die Region hatten, blieb bislang weitgehend unerforscht. Insgesamt 14 Kultureinrichtungen widmen sich, unter Federführung der Ostfriesischen Landschaft und dem Staatsarchiv, diesem historisch bedeutsamen Thema in Form von Ausstellungen, Führungen und Veranstaltungen. Mit insgesamt 16 Sonderseiten würdigt der Kulturkalender die Projekte, die sich in der Gestaltung deutlich von den anderen Themen der Broschüre abheben.
Das 50jährige Jubiläum des VW-Werkes in Emden wird mit Veranstaltungen, wie einer Ausstellung im Landesmuseum Emden sowie einem Tag der offenen Tür am 18. Mai begangen.
Zum 150sten Geburtstag von Alexej von Jawlensky, einem Maler der Künstlervereinigung „Der Blauen Reiter“, welche die europäische Kunstgeschichte prägend beeinflusste, präsentiert die Kunsthalle Emden eine große Sonderschau. Spielerisch Modernes bietet die Kunsthalle Wilhelmshaven. Zum Thema „Antworten auf Calder: Mobiles in der Gegenwartskunst“ definiert dort eine internationale Künstlergeneration das Genre des Mobiles neu und verleiht ihr eine ironische bis kritische Dimension.
Wie in jedem Jahr, findet man im „Ostfriesland Kulturkalender“ neben großen Ereignissen auch kleine, aber feine Perlen der Region. Magische Momente sind garantiert bei einer Führung unter dem Motto „Lyrik im Watt“. Gedichte von Heine, Claudius und Morgenstern werden bei einer Wanderung in den Sonnenuntergang vorgetragen. Ebenso findet man darin die sogenannte kleine Kreuzfahrt im südlichen Nordatlantik, die unter Kennern als Kult gilt, das Anleuchten in Westgroßefehn oder ein Pfingstkonzert mit dem Gemischten Chor Reepsholt im romantischen Garten in Dose bei Friedeburg. Diese Veranstaltungen sind interessant, amüsant oder tief berührend und wurden als persönlicher Tipp markiert.

Ermöglicht wurde der Druck der 33.000 Exemplare durch die Ostfriesische Landschaftliche Brandkasse. „Wir unterstützen sehr gern die ostfriesischen Kulturgüter – gerade gemeinsam mit unserer „Mutter“, der Ostfriesischen Landschaft! Die Broschüre gibt nicht nur unseren Touristen einen ganzjährigen (!) Überblick über die ostfriesischen „Schätze“ und Veranstaltungen, sondern ist genauso interessant für uns selbst – ich habe mir in meinem Terminkalender schon gleich Tage geblockt! Wir Ostfriesen hier im hohen Norden brauchen uns nun wirklich überhaupt nicht zu verstecken!“, so Signe Foetzki, Abteilungsleiterin Unternehmenskommunikation, Ostfriesische Landschaftliche Brandkasse.

Hier gibt es die Broschüre:
Die Broschüre „Ostfriesland Kulturkalender 2014“ ist kostenfrei bei allen Geschäftsstellen der Ostfriesischen Landschaftlichen Brandkasse erhältlich sowie in vielen Museen und Touristinformationen der gesamten Ostfriesischen Halbinsel, vielen Stadtverwaltungen und in öffentlichen Gebäuden sowie bei Banken und Sparkassen. Bestellungen: telefonisch: 04941 – 17 99 57, per E-Mail: kultur@ostfriesischelandschaft.de oder online lesen unter: www.ostfriesland.de

*Kulturnetzwerk Ostfriesland:
Ostfriesland besteht aus den Landkreisen Aurich, Leer, Wittmund sowie der Seehafenstadt Emden. Die touristische Marke „Ostfriesland“ umfasst die gesamte Ostfriesische Halbinsel vom Dollart bis zum Jadebusen zusätzlich mit den Landkreisen Ammerland, Friesland und der Jadestadt Wilhelmshaven. An dieser Stelle geht ein herzlicher Dank an die Kollegen der Oldenburgischen Landschaft für ihre freundschaftliche Zusammenarbeit.

Kunsthalle Emden 11. Februar bis 17. Juni 2012. Karl Hofer: von Lebensspuk und stiller Schönheit

Wohl kaum ein deutscher Künstler war so produktiv wie Karl Hofer (Karlsruhe 1878 – 1955 Berlin). Sein Œuvre umfasste annähernd 3.000 Gemälde und unzählige Zeichnungen. Von diesem enormen Werkbestand gingen durch die Beschlagnahme der Nationalsozialisten und durch die Zerstörung seines Berliner Ateliers während eines Bombenangriffs 1943 mehrere hundert Arbeiten verloren.
Hofer zählt – ähnlich wie Max Beckmann oder Oskar Kokoschka – zu den großen Einzelgängern des 20. Jahrhunderts, wohl auch deshalb, weil seine Malerei stilistisch schwer zu fassen ist und sich einer Zuordnung widersetzt. Während das Frühwerk noch durch Vorbilder wie Hans von Marées und Paul Cézanne geprägt ist, findet er um 1920 in Berlin zu seiner eigenen unverwechselbaren künstlerischen Bildsprache. Seine schlichten Kompositionen mit klaren Formen und ruhigen Farben stießen in der Kunstwelt auf große Resonanz und verschafften ihm insbesondere in den 1920er und 1930er Jahren große Ausstellungserfolge. Erst mit dem nach 1945 einsetzenden Spätwerk veränderte Hofer seinen Stil und seine Palette erheblich, die Farben wurden nun kräftiger und hart neben einander gesetzt.
Die Ausstellung zeigt frühe Gemälde mit biografischem Bezug, richtet den Fokus aber vor allem auf die Themen, die den Künstler Zeit seines Lebens immer wieder beschäftigten. Zu diesem Motivrepertoire zählen die so genannten Mädchen mit Blumen und Jungen mit Ball, Frauenakte, Lesende, Schreibende und Musizierende, Maskeraden und Zirkusdarstellungen und zuletzt Tischgesellschaften. Hofers besonderes Interesse galt stets der Darstellung des Menschen. Seine Figuren, die oftmals still verharrend, in sich gekehrt ihren Gedanken nachzuhängen scheinen, zeugen von einer für Hofer typischen Schönheit. Höchst subtil und gänzlich anders als die Künstler der Neuen Sachlichkeit, verarbeitete auch er in seinen Bildern die Schrecken der beiden Weltkriege und thematisierte als deren Folge die Vereinsamung des verängstigten und innerlich ruhelosen Menschen, aber auch die Gleichgültigkeit gegenüber gesellschaftlicher und politischer Veränderung.
Für das Schaffen des Künstlers ist charakteristisch, dass er einmal gefundene Bild-kompositionen über Jahre und sogar Jahrzehnte hinweg immer wieder aufgriff und variierte. Innerhalb der verschiedenen Themen sind deshalb beispielhaft Werkgrup-pen zusammen gestellt, die unterschiedliche Versionen eines Motivs zeigen. Über den Vergleich dieser Arbeiten wird zum einen die stilistische Veränderung nachvoll-ziehbar. Eindrucksvoll ist zum anderen die Entdeckung, dass sich manche Werke – einem Suchbild vergleichbar – in Aufbau und Ausführung erstaunlich ähneln, während andere Beispiele sich in der Komposition zwar gleichen, stilistisch und farblich aber vollkommen anderer Ausprägung sind. Das zeitliche Spektrum umfasst fünf schaffensreiche Lebensjahrzehnte, mit dem Schwerpunkt auf den 1920er und 1930er Jahren.

Die Ausstellung vereint 75 Gemälde aus Museen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie etliche selten und noch nie gezeigte Werke aus privaten Sammlungen. Ausgewählte Zeichnungen sowie ein Skizzenbuch mit Karikaturen und ein von Hofer skizziertes Verzeichnis seiner Werke runden die Schau ab.

Auf den Spuren von Heckel, Radziwill & Co.

Auf den Spuren von Heckel, Radziwill & Co.

In ihrem neuen Kulturarrangement verbindet die Ostfriesland Tourismus GmbH das „Abenteuer Wirklichkeit“ mit den Augen des Expressionismus: Dabei wandeln Besucher auf den Spuren der farbbegeisterten Maler in Emden und Dangast.

In der Kunsthalle Emden erwartet Kunstinteressierte die Ausstellung „Erich Heckel. Vom Aquarell zum Gemälde“, die im September eröffnet wurde. Erstmals wird die künstlerische Arbeitsweise Heckels in einer Ausstellung dargestellt, ein Aspekt, der bisher kaum in wissenschaftlich untersucht wurde. Rund 70 Aquarelle und 25 Gemälde werden gezeigt.

Wo und wie der Künstler seine Motive fand, erfahren die Besucher in Dangast: Zwischen 1907 bis 1912 lebte Heckel mit seinem Malerkollegen Karl Schmitt-Rottluff in dem Nordseebad, wo sie sich beide von der malerischen Landschaft inspirieren ließen. Eine eineinhalbstündige Führung führt Gäste zu den Standorten, an denen die Künstler ihre Motive fanden.

In Dangast entwickelte sich der junge Franz Radziwill vom Expressionisten zum Vertreter der Neuen Sachlichkeit. Ein Besuch in seinem ehemaligen Wohnhaus und der Ausstellung „Franz Radziwill in der Künstlergruppe Die Sieben“ rundet das Kunstwochenende in Ostfriesland ab.

Landesmuseum Emden: Schein oder Wirklichkeit? Realismus in der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts

Das Ostfriesische Landesmuseum Emden präsentiert im Frühjahr und Sommer 2010 eine im Nordwesten einmalige Sonderausstellung mit Werken aus dem „Goldenen Zeitalter“ der niederländischen Malerei.
„Schein oder Wirklichkeit? Realismus in der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts“ ist eine der drei Hauptausstellungen der kulturellen Veranstaltungsreihe „Abenteuer Wirklichkeit“, die in diesem Jahr Ostfriesland beherrscht. Nach der Trompe l’oeil-Ausstellung der Kunsthalle Wilhelmshaven und der Realismus-Ausstellung der Kunsthalle Emden rückt nun das Ostfriesische Landesmuseum Emden ins Zentrum des ostfriesischen Kulturangebots.
Auf rund 500 Quadratmetern werden mehr als 80 Gemälde so bedeutender Maler wie Jan Steen, Willem Kalf oder Samuel van Hoogstraten ausgestellt. Die niederländischen Meister setzten mit ihren technisch und ästhetisch meisterhaften Werken neue Maßstäbe in der Kunst und gelten als Wegbereiter des modernen Realismus.
Präsentiert werden unter anderem namhafte Leihgaben aus großen öffentlichen Sammlungen wie zum Beispiel in Hamburg, Schwerin, Berlin, Karlsruhe, Bonn oder Groningen. Darunter sind Meisterwerke, die erstmals seit Jahren ausgestellt werden. Hinzu kommen Kunstwerke aus zwei privaten Sammlungen – Werke also, die nur ausnahmsweise der Öffentlichkeit zugänglich sind. In ihrer Breite, ihrem Facettenreichtum und ihrer Qualität ist diese Zusammenstellung niederländischer Meisterwerke in Ostfriesland einmalig. Auch für Kenner der niederländischen Kunst gibt es viel Neues zu entdecken.
Die Werke zeigen Alltagsdarstellungen, Landschaften, Tierbilder, Interieurs und Stillleben und beeindrucken durch eine wirklichkeitsnahe Schilderung. Der Betrachter sieht perspektivisch hoch komplizierte Räume, fotografisch genau wiedergegebene Materialien, täuschend echt wirkende Spiegelungen, Lichter und Schatten, Illusionen von Nah und Fern. Höhepunkte sind illusionistische Kunststücke, die mit der wiedergegebenen und künstlerischen Realität spielen. Gemälde dieser Art lassen fast vergessen, dass alles nur Farbe und Bindemittel auf Holz oder Leinwand ist.

Bei näherem Hinsehen offenbart sich eine weitere Realität jenseits der Bildebene. Alltagszenen und Naturabbildungen werden durch optische oder inhaltliche Widersprüche neu interpretiert. Viele der vordergründig eindeutigen Alltagsszenen enthalten in einer symbolischen Bildersprache „versteckte“ Botschaften zu Themen wie Tugend und Laster. So warnt die auf den ersten Blick fröhliche Wirtshausszene von Hendrick Martensz. Sorgh vor der Verschwendung von Lebenszeit. Die „schlafende Frau“ von Jacob Duck ist nicht von der Arbeit müde; die Kinder sind sich selbst überlassen. Der harmlos anmutende „Besuch des Arztes“ von Hoogstraten stellt bei näherem Hinsehen eine Szene aus einer zeittypischen Burleske dar. Und was sagt uns Petrus Staverenus’ junge Frau mit den Schellfischen wirklich?
Mit Schein oder Wirklichkeit? thematisiert das Ostfriesische Landesmuseum Emden die seit dem 16. Jahrhundert bestehende enge geschichtliche und kulturelle Verbindung zwischen Nordwestdeutschland und den Niederlanden. Dieser Blick über die Landesgrenzen hinaus ist charakteristisch für das kunst- und kulturgeschichtliche Angebot des Hauses. In einer umfassenden Sammlung von Zeitzeugnissen werden hier die Geschichte und die Identität der gesamten Ostfriesischen Halbinsel lebendig. Dies umfasst neben der bekannten Emder Rüstkammer mit seinem beeindruckenden Bestand niederländischer Radschlosspistolen die Moorleiche „Mann von Bernuthsfeld“, das Emder Silberkabinett sowie eine bedeutende Sammlung von Gemälden, die ebenfalls zum Teil in der Ausstellung Schein oder Wirklichkeit? zu sehen sind.
Wesentlich bei der Ausgestaltung von Schein oder Wirklichkeit? war die Prämisse, dass Kunst auch Spaß machen darf. So wurde die Abteilung Museumspädagogik von Anfang an mit einbezogen. Im Ergebnis bieten verschiedene interaktive Elemente und begleitende Veranstaltungen die Möglichkeit, sich das Thema in Teilen spielerisch zu erschließen. Unter anderem können Stillleben nachgestellt, Anamorphosen gebaut sowie eine Camera obscura von innen besichtigt werden. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben kostenlosen Eintritt.
Die Ausstellung Schein oder Wirklichkeit? wird großzügig von der BARD-Gruppe sowie vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur und der Stadt Emden gefördert. Sie ist Teil des von der Ostfriesischen Landschaft organisierten Kulturthemenjahres „Abenteuer Wirklichkeit“ und steht unter der Schirmherrschaft des Niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff.
Es erscheinen ein Begleitband zur Ausstellung und ein Kunstbuch für Kinder und Familien.

Der Garten der Skulpturen

Inmitten des Harlingerlandes liegt in Ruhe und Beschaulichkeit das Warfendorf Funnix mit seiner 800 Jahre alten Backsteinkirche. Direkt gegenüber befindet sich als Gesamtkunstwerk der Skulpturengarten des Stahlplastikers Leo Wübbena.

Der Garten präsentiert während der Sommermonate neben dem Bestand der Sammlung namhafter Stahlbildhauer der zeitgenössischen Szene eine KUNSTAUSSTELLUNG mit jährlich wechselnden internationalen Künstlern.

Die Johannes-a-Lasco-Bibliothek in Emden

Die Johannes-a-Lasco-Bibliothek (JALB) ist eine öffentlich zugängliche geisteswissenschaftlich und theologisch ausgerichtete Spezialbibliothek in Emden. Namensgebend ist der aus Polen stammende Reformator Johannes a Lasco, der zwischen 1540 und 1555 in Emden wirkte. Besondere Sammelgebiete sind die Geschichte und Theologie des reformierten Protestantismus, die Konfessionsgeschichte der Frühen Neuzeit und die Landesgeschichte Ostfrieslands.

In den Ruinen der 1943 bei einem Luftangriff zerstörten Großen Kirche wurde die Bibliothek 1995 nach dreijähriger (Um-)Bauzeit eröffnet. Sie geht auf das Archiv und die seit 1559 bestehende Büchersammlung der reformierten Gemeinde Emden zurück und dient als öffentliche Bibliothek mit dem Schwerpunkt reformierter Protestantismus. In dieser Funktion ist sie eine wichtige Forschungsstätte – auch im europäischen Rahmen.

Die Bibliothek, in Form einer Stiftung betrieben, wurde 2001 vom Deutschen Bibliotheksverband und der Zeit-Stiftung zur Bibliothek des Jahres gewählt. Die JALB wird seit 1995 durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in ihrem Erwerbungsprogramm unterstützt.

Die JALB besitzt unter anderem Bücher aus den Bibliotheken von Erasmus von Rotterdam, Johannes a Lasco, Albert Ritzaeus Hardenberg und Petrus Medmann. Besonders wertvoll ist auch die erst 1993 übernommene bibliophile Sammlung des Kaufmanns Johann Philipp Janssen, die rund 2.000 Titel umfasst, darunter 20 Inkunabeln und mehrere wertvolle Drucke des 16. Jahrhunderts.

In der Bibliothek finden auch Konzerte, Vorträge, Ausstellungen und andere kulturelle Veranstaltungen statt. Neben der wissenschaftlichen Bedeutung ist auch die Architektur des Gebäudes hervorzuheben. In die im 15. Jahrhundert errichtete und 1943 bei einem Luftangriff zum Teil zerstörte Kirche wurden Elemente moderner Industriearchitektur eingebaut.

Quelle: Wikipedia

Nachtorgel im Kerzenschein in der St. Bartholomäus-Kirche zu Dornum

Die St. Bartholomäus-Kirche zu Dornum (Ostfriesland) freut sich, Ihnen auch in diesem Jahr wieder ein besonders attraktives Konzertprogramm präsentieren zu dürfen. An unserer wertvollen Gerhard-von-Holy-Orgel von 1710/ 11 werden wie gewohnt hochkarätige, internationale Solisten und Konzertorganisten Platz nehmen.

Gerhard-von-Holy-Orgel von 1710/ 11 Virtuose Blockflötenklange zum Auftakt und europäische Orgelmusik zum Abschluss, dazwischen Stars der Alten-Musik-Szene wie Dorothee Mields, Ludger Rémy, José Luis Gonzales Uriol und Claudio Astronio, sowie abwechslungsreiche Solistenkonzerte mit der jungen Weimaraner Gambenprofessorin Imke David und Christoph Bossert, der uns in ungeahnte Klangwelten entführt, und mit der beim Musikalischen Sommer letzten Jahres mit stehenden Ovationen gefeierten jungen hochbegabten Sopranistin Gudrun Sidonie Otto. Im Jubiläumsjahr wird sie Schumanns Liederzyklus Myrten und Lieder von dessen großem Vorbild Bach anrührend zu Gehör bringen, begleitet von Wolfgang Brunner am Hammerflügel und Andreas Liebig an unserer historischen Holy-Orgel von 1710/11. In diesem Jahr steht die Nachtorgel zudem ganz im Zeichen des Vaters der europäischen Orgelmusik, Antonio de Cabezón (1510-1566): Klangmystik aus dem Goldenen Zeitalter Spanischer Orgelkunst.

Freuen Sie sich auch auf ein Wiederhören mit Publikumslieblingen wie Andreas Böhlen, Bas de Vroome und Aart Bergwerff. Erleben Sie Meisterwerke europäischer Orgelkunst in unserer mit Kerzen stimmungsvoll erleuchteten mittelalterlichen St. Bartholomäuskirche! Herzlich willkommen!!