Zum Geburtstag der Zisterzienserbewegung: Stille und Gesang im Herzen Ostfrieslands

Im Frühling wieder „Mönchsgebete“ an der Klosterstätte Ihlow (18. bis 20. März)

Kurz vor dem Gründungstag der Zisterzienserbewegung finden wieder die für Mönchsorden so typischen Stundengebete an der Klosterstätte „Stille Räume Ihlow“ bei Aurich statt (18. bis 20.03.2011). Die Veranstaltung, für die nun die Anmeldephase begonnen hat, ist die vermutlich fünfte ihrer Art an diesem Ort seit mehreren Hundert Jahren. Unterhalb der rund 45 Meter hohen Klosterkirchen-Imagination aus Stahl und Holz – im Raum der Spurensuche – werden vier Mal am Tag Psalmen und Hymnen zu hören sein. An dem Kurs können bis zu zwanzig Personen teilnehmen. Die Leitung hat Pastor Michael Stanke aus Wiesens. Regelmäßige Stundengebete haben in der früheren Zisterzienserabtei Schola Dei vermutlich letztmals 1529 stattgefunden. Damals ist das Kloster zerstört und der dazugehörige Konvent im Zuge der Reformation aufgelöst worden. In den vergangenen Jahren ist eine Nachbildung der Ihlower Klosterkirche im originalen Maßstab im Ihlower Wald entstanden, seinerzeit der größte Sakralbau zwischen Bremen und Groningen.

„Der 21. März gilt als der Geburtstag des Klosters Cîteaux und des Zisterzienserordens. Ein gutes Datum für die Frühjahrs-Einkehrtage 2011 mit Stille, Gesang und Meditation“, sagt Michael Stanke. Der evangelische Theologe lebt seit über 17 Jahren mit den Stundengebeten. „Das Besondere dieser Andachts- und Gebetsform ist ihr immer gleicher Rhythmus. Leib und Seele kommen zur Ruhe und werden empfindsam für Eindrücke, die wir sonst nicht wahrnehmen.“

Wesentlicher Bestandteil bei den Einkehrtagen ist – wie im Mittelalter für die Mönche der Ihlower Schule Gottes – das Psalmodieren. Dabei handelt es sich um eine Art Sprechgesang, mit dem die biblischen Psalmen gebetet werden.

Ihlower Frühjahrs-Einkehrtage 2011 – Programminformationen
Die Stundengebete finden direkt an der Klosterstätte statt. Am 19. März um 6 Uhr das Morgenlob (Laudes), um 12 Uhr das Mittagsgebet (Sext), um 18 Uhr das Abend- (Vesper) und gegen 20 Uhr das Tagesschlussgebet (Komplet). An den übrigen beiden Seminartagen werden folgende Gebete gehalten: am 20. März Laudes (6 Uhr) und Sext (12 Uhr); am 18. März Vesper (18 Uhr) und Komplet (20 Uhr). Die übrigen Seminareinheiten sind im Gästehaus der Gemeinde Ihlow (Ihler Meer) angesiedelt. Hier wird Michael Stanke verschiedene Singweisen wie Hymnus oder Antiphon vermitteln. Außerdem stehen Tanz, Meditation und Körperübungen auf dem Programm. Höhepunkte der Einkehrtage sind die Wanderungen vom Tagungshaus zur Klosterstätte Ihlow für die Stundengebete.

Seminar-Kosten: 115 Euro (inklusive Übernachtung und Verpflegung). Anmeldungen: bis zum 6. März. Adresse: Pastor Michael Stanke, Langfeldweg 94, 26605 Aurich; Fon: 04941/2402; Fax: 04941/2384 oder mstanwie@t-online.de.

Ostfriesland Pilgerweg Schola Deï – Ein neuer Weg auf alten Spuren

Der rund 40 Kilometer lange Ostfriesland-Pilgerweg verläuft weitgehend über Feld- und Wiesenpfade. Er orientiert sich an einer mittelalterlichen Wallfahrtstrecke. Ausgangspunkt ist das frühere Zisterzienserkloster Schola Deï (Schule Gottes) im Ihlower Wald. Begleitet werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von ausgebildeten Pilgerführerinnen und -führern.

Ein neuer Weg auf alten Spuren
Auf dem Ostfriesland-Pilgerweg finden sich 16 Stationen. Darunter sind neben Kirchen unter anderem die Brücke am Abelitz-Moordorf-Kanal und die Gedenkstätte am ehemaligen Konzentrationslager Engerhafe. Die Schola-Deï-Route wird durch ein eigenes Signet ausgewiesen. Kennzeichen ist das sogenannte Ihlower Weihekreuz. Dieses stammt von einer Altarplatte, die bei Ausgrabungen an der Klosterstätte gefunden worden ist. Der Ostfriesland-Pilgerweg wurde im Mai 2007 eröffnet. Initiator ist der „Arbeitskreis Pilgerweg“, zu dem Vertreterinnen und Vertreter von Vereinen, Gemeinden und Kirchen der Region gehören.
Mehr Infos auf Koster-Ihlow.de

Ludgeri-Kirche in Norden

Die heute größte mittelalterliche Kirche Ostfrieslands – Ludgeri-Kirche – steht im Zentrum des Norder Marktplatzes. Der älteste Teil dieser Kirche ist das niedrigere Langhaus, das – höchstwahrscheinlich als Nachfolgerin einer Holzkirche – im frühen 13. Jahrhundert als romanische Einraumkirche erbaut wurde. Diese schloß im Osten mit einer halbrunden Apsis (Altarraum) ab und hatte zwei Eingänge an der Nord- und Südseite, kleine Rundbogenfenster und eine flache Holzbalkendecke.

Geweiht war sie dem heiligen Ludger, dem in Westfriesland geborenen Apostel der Friesen und ersten Bischof von Münster (gestorben 809). Die Kirche hatte den Rang einer Sendkirche für das Norderland, d.h. in ihr wurde in kirchlichen, aber auch in weltlichen Angelegenheiten Recht gesprochen.

Nachtorgel im Kerzenschein in der St. Bartholomäus-Kirche zu Dornum

Die St. Bartholomäus-Kirche zu Dornum (Ostfriesland) freut sich, Ihnen auch in diesem Jahr wieder ein besonders attraktives Konzertprogramm präsentieren zu dürfen. An unserer wertvollen Gerhard-von-Holy-Orgel von 1710/ 11 werden wie gewohnt hochkarätige, internationale Solisten und Konzertorganisten Platz nehmen.

Gerhard-von-Holy-Orgel von 1710/ 11 Virtuose Blockflötenklange zum Auftakt und europäische Orgelmusik zum Abschluss, dazwischen Stars der Alten-Musik-Szene wie Dorothee Mields, Ludger Rémy, José Luis Gonzales Uriol und Claudio Astronio, sowie abwechslungsreiche Solistenkonzerte mit der jungen Weimaraner Gambenprofessorin Imke David und Christoph Bossert, der uns in ungeahnte Klangwelten entführt, und mit der beim Musikalischen Sommer letzten Jahres mit stehenden Ovationen gefeierten jungen hochbegabten Sopranistin Gudrun Sidonie Otto. Im Jubiläumsjahr wird sie Schumanns Liederzyklus Myrten und Lieder von dessen großem Vorbild Bach anrührend zu Gehör bringen, begleitet von Wolfgang Brunner am Hammerflügel und Andreas Liebig an unserer historischen Holy-Orgel von 1710/11. In diesem Jahr steht die Nachtorgel zudem ganz im Zeichen des Vaters der europäischen Orgelmusik, Antonio de Cabezón (1510-1566): Klangmystik aus dem Goldenen Zeitalter Spanischer Orgelkunst.

Freuen Sie sich auch auf ein Wiederhören mit Publikumslieblingen wie Andreas Böhlen, Bas de Vroome und Aart Bergwerff. Erleben Sie Meisterwerke europäischer Orgelkunst in unserer mit Kerzen stimmungsvoll erleuchteten mittelalterlichen St. Bartholomäuskirche! Herzlich willkommen!!

Das Turm-Museum in St. Magnus in Esens

Auf fünf Etagen des 1845 errichteten Turms der St.-Magnus-Kirche dokumentiert das Museum die Baugeschichte der größten Kirche Ostfrieslands (1848 bis 1854) sowie ihr Inventar. 113 Stufen führen zur Aussichtsebene bei den Glocken vorbei am mechanischen Kirchturmuhrwerk von 1873, hölzernem Kutschen-Leichenwagen (1930) und riesigen Orgelpfeifen.
Der weite Ausblick bei den Glocken bis zu den ostfriesischen Inseln ist faszinierend.

Schiefer Turm von Suurhusen im Guinessbuch der Rekorde als schiefster Turm der Welt

Kirche Suurhusen
Bildquelle: Helmut Brunken / pixelio.de

Der schiefe Turm von Suurhusen ist ein Kirchturm im ostfriesischen Ort Suurhusen, Gemeinde Hinte, der als schiefster Turm der Welt gilt. Er gehört zur Kirche der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Suurhusen-Marienwehr.

Bei einer Höhe von 27,37 Metern hat der Turm am Dachfirst einen Überhang von 2,47 Metern, was einer Neigung von 5,19 Grad entspricht.

Der Kirchturm wurde im Jahr 1450 an die seit Mitte des 13. Jahrhunderts existierende und zuvor turmlose Kirche mit einer Grundfläche von 32 × 9,35 Metern angebaut. Er wurde auf einem Fundament aus Eichenstämmen errichtet.

1885 wurde erstmals bemerkt, dass sich der Kirchturm zur Seite neigte. Aufgrund der Entwässerung der umliegenden Ländereien sank der Grundwasserspiegel ab, was dazu führte, dass die bisher im Grundwasser konservierten Eichenstämme zu modern begannen.

1917 musste während des Ersten Weltkrieges die Glocke aus der westlichen Schallöffnung gegen eine Entschädigungszahlung von 4.570 Mark abgegeben werden.

Um 1925 ergaben verschiedene Messungen einen Überhang des Turms um 1,13 m. Deshalb wurde 1926 als Entlastungsmaßnahme der 12 Meter hohe Dachreiter entfernt. Dennoch neigte sich der Turm weiter. Bereits 1929 war ein Überhang von 1,15 m festzustellen. 1939 betrug er bereits 1,74 m und erhöhte sich bis zum Jahr 1996 auf 2,47 m.

1975 wurde die Kirche für die Öffentlichkeit gesperrt. Die Orgel wurde verkauft und das Gebäude gegen das Betreten gesichert. 1982 wurde der Turm größtenteils in Privatinitiative gesichert. Das Fundament wurde freigelegt und mit Beton und Stahl verfüllt. 1985 wurde am 14. Oktober die Kirche bei einem Festgottesdienst erneut eingeweiht. 1989 wurden weitere Sicherungsmaßnahmen ausgeführt, da der Turm trotz der Sicherungsmaßnahmen von 1982 weiter absank. Seit Mitte der 1990er Jahre gilt das Absinken des Turmes als aufgehalten. Heute wird die Kirche an Festtagen zu Gottesdiensten genutzt.

Der schiefe Turm von Suurhusen wird als schiefster Turm der Welt im Guinness-Buch der Rekorde verzeichnet. Er ist schiefer als der Schiefe Turm von Pisa. Mehr als 10.000 Touristen pilgern jährlich zu dem roten Backsteingebäude.

Mehr Infos unter Kirche Suurhusen

Quelle: wikipedia