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Archiv der Kategorie Juist Nordseeinsel

Autofrei und klimafreundlich – die Nordseeinsel Juist wird immer mehr Naturparadies

Vor etwas über zwei Jahren hatte sich Juist auf den Weg gemacht: Das Eiland will bis 2030 möglichst klimaneutral – sprich CO2-frei werden. Jetzt zog die Gemeinde eine erste Zwischenbilanz und stellte fest: der CO2-Fussabdruck, den die Insel wie jedes Lebewesen, jede Stadt, jede Region in der Atmosphäre hinterlässt, ist schon etwas zierlicher geworden; 2008 hatte das Bremer Energie-Institut der Insel noch ihren Ausstoß von 19.590 Tonnen CO2 vor allem durch den jährlichen Strom- und Gasverbrauch, durch Fähren, Flugverkehr, Meerwasser-Erlebnisbad, Hotels und Restaurants vorgerechnet, aber in ihrem neuen Sparfieber konnten die Insulaner den Verbrauch bereits senken.

Vor allem Hoteliers, Pensionswirte und Restaurantbetreiber ließen sich vom Projektpartner, dem Oldenburger Energieversorger EWE, beraten, wie sie Strom und Gas sparen können, planten zum Teil neue Wärmedämmungen oder energiegedrosselte Heizanlagen. 140 kleine Beratungen zählte die EWE 2010 auf der Insel, 10 große Analysen kamen 2011 noch dazu. In vielen Unterkünften zeugt bereits eine Urkunde oder auch das Logo des Projekts davon, dass die Vermieter ihre Emissionen genau kennen und aktiv auf Sparkurs umgelenkt haben. Feriengäste konnten seit Herbst 2010 mit dem RIT-Umwelt-Plus-Ticket und bestem ökologischen Gewissen CO2-frei per Bahn zum Fähranleger fahren.

Und weil Umweltbewusstsein nicht nur im Kleinen sondern auch bei den Kleinen anfängt, stand die Sommersaison 2011 auch für die jüngsten Gäste ganz im Zeichen des Klima-Wandels auf der Insel: Wissenschaftler klärten im Rahmen der Kinderuni Kids über die Folgen der Treibhausgase auf, am Strand wurden mit ihnen Solarautos gebastelt und Schnitzeljagden zum Thema erneuerbare Energien veranstaltet. Wer Donnerstags auf der Insel essen ging, bekam in vielen Restaurants ein leckeres vegetarisches Menü serviert – unter dem Motto „Donnerstag ist Veggietag“. Wer es bis dahin noch nicht wusste, war danach aufgeklärt: Auch bei der Fleischproduktion fällt eine Menge CO2 an.

Die Niedersächsische Landesregierung belohnte die Juister Bemühungen rund ums Klima inzwischen mit einem Preis für ihr kommunales Engagement in Sachen Umwelt, und „auch die Gäste finden unsere Aktion gut“, freut sich der Juister Marketing-Leiter Thomas Vodde. „Sie haben uns sehr dabei unterstützt.“ Kein Wunder – wer auf der Insel urlaubt, bringt ohnehin ein Faible fürs tiefe Durchatmen in sauberer Luft mit und das Gefühl, der Natur besonders nahe zu stehen: Der „schönste Sandhaufen in der Nordsee“, wie die Insulaner ihre Heimat nennen, ist autofrei. Jetzt kommt zur reinen Luft halt auch noch ein etwas reineres Gewissen. Weltweit, hatten Wissenschaftler 2009 auf der Weltklimakonferenz in Kopenhagen gefordert, dass der Temperaturanstieg möglichst weniger als zwei Grad betragen sollte. Die Juister werden ihren Teil dazu beitragen. Der Sommer, räumen sie jedoch ein, darf im nächsten Jahr trotzdem etwas wärmer ausfallen.

Nordseeinsel Juist plant Deutschlands erstes Gästeorchester

Einmaliges Pilotprojekt: Ein Chefdirigent & Konzertsolisten verhelfen Juister Gästen zur Konzertreife

Euripides beschrieb „Iphigenie in Aulis“, Goethe dichtete „Iphigenie auf Tauris“, und im Oktober kommt die antike Dame nun auch auf die ostfriesische Insel Juist - in bester Begleitung durch 43 Kurgäste und ihre Instrumente. Fünf Tage lang können Hobbymusiker unter der Leitung von aktiv im Konzertleben stehenden Persönlichkeiten die Ouvertüre der Iphigenie-Oper von Gluck, den zweiten Satz aus dem Klarinettenkonzert A-Dur von Mozart, ein Concerto von Donizetti und die berühmte 5. Symphonie, genannt „Schicksalssymphonie“ von Beethoven einstudieren – und dabei ein Konzert präsentieren, das es so noch nie gegeben hat.

Gäste spielen für Gäste – nach einem Intensivtraining durch international bekannte Klassikstars. Acht Stunden täglich, fünf Tage lang, feilen sie unter Anleitung von Koryphäen an anspruchsvollen Klassikstücken. Die Geigen und Bratschen werden von Prof. Sylvia-Elisabeth Viertel betreut, die unter anderem auch in Konzertsälen von Südamerika, Mexiko und den USA bekannt ist; Violoncellist Ramon Jaffé, als Solist Gast in vielen der grossen Konzertsäle der Welt, kümmert sich um Celli und Kontrabässe, Klarinettist Dimitri Ashkenazy, der u.a. in der Hollywood Bowl in Los Angeles und im Sydney Opera House auftrat, um die Bläser – der Chefdirigent der Thüringer Symphoniker, Oliver Weder, wird das Orchester auf Zeit zusammenführen, er trägt die musikalische Gesamtverantwortung. Auch für die Musiker ist der Juister Alleingang eine spannende Erfahrung: „Eine ganz neuartige Idee, die kreative Freizeit in einer wundervollen Umgebung zu verbringen“, schwärmt zum Beispiel Ramon Jaffé. Nebenbei lernen die Gäste die Künstler auch privat kennen, zum Beispiel beim Plaudern während mehrerer gemeinsam organisierter Abendessen nach den Probetagen; da kann man Sylvia-Elisabeth Viertel endlich in Ruhe fragen, wie es sich anfühlt, eine 250 Jahre alte Geige zu spielen, Ramon Jaffé von seiner Leidenschaft, den Flamencokonzerten, erzählen lassen oder Dimitry Ashkenazy von seinen vielen Meisterkursen rund um den Erdball. Vielleicht ergibt sich sogar einmal ein gemeinsamer Spaziergang über den 17-Kilometer-Traumstrand der Insel Juist. Krönender Abschluss der Proben: Ein öffentliches Konzert, kostenlos für alle Zuhörer – Wunscherfüllung!

Wer mitmachen möchte: Gesucht werden Geigen, Bratschen, Celli, Kontrabässe, Flöten (schon ausgebucht), Oboen, Klarinetten (schon ausgebucht), Fagotte, Hörner (schon ausgebucht), Trompeten und eine Pauke. Kosten: ab 565 Euro im Doppelzimmer und ab 994 Euro in einer Ferienwohnung für die Zeit vom 23. bis 29. Oktober 2011, inklusive Überfahrt, Unterkunft/Frühstück, gemeinsamer Orchesterunterricht. Mehr Infos gibt es bei der Kurverwaltung Juist, Tel: 04935-809210, E-Mail: pauschal@juist.de

Reiseführer Ostfriesische Inseln: Borkum Juist Norderney Baltrum Langeoog Spiekeroog Wangerooge


Klimainsel Juist: Auch auf der Traumstrand-Insel ist der Donnerstag jetzt Veggie-Tag

Wir trennen den Müll und lassen öfter mal das Auto stehen. Können wir der Umwelt sonst noch schnell was Gutes tun? Ja, lecker essen gehen, zum Beispiel. „Donnerstag ist Veggietag“ heißt es unter anderem bereits in San Francisco, Kapstadt und Bremen – und von nun an auch auf der kleinen Nordseeinsel Juist. Viele Restaurants im zauberhaften Töwerland rücken an diesem Tag in der Woche ein besonderes fleischloses Gericht auf ihre Karte – und in den Mittelpunkt einer beispielhaften Aktion im Rahmen des ehrgeizigen Ziels, Juist so schnell wie möglich zur klimaneutralen Insel zu machen. Mit saftiger Lasagne, knusprigen Gemüsepfannen, raffinierten Bratlingen & Co wird sogar einfleischten Steakfans Appetit gemacht und letztlich jede Menge CO2 eingespart. Jedes Kilo Fleisch auf dem Teller belastet nämlich die Umwelt genauso wie eine Autofahrt über 250 Kilometer, Kühe gehören tatsächlich zu den Klimakillern: Durch die Methangase bei ihrer Verdauung, den für Boden und Wasserqualität üblen Stallmist, die Mengen an Energie, die bei der Tierfutterherstellung anfallen. Ein einziger vegetarischer Wochentag weltweit erspart dem Klima übers Jahr die Abgase, die sonst 6 Millionen Autos von sich geben. Auf Juist fällt die Energiebilanz des Veggie-Tages dazu noch um ein Vielfaches günstiger aus: das Nordseekleinod mit dem berühmten 17-Kilometer-Traumstrand ist grundsätzlich autofrei. Gemüsepfanne auf der Insel? Ein echter Coup für die Umwelt.

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