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Archive für Dezember 2011

Jetzt wird’s gemütlich: Beim Boßeln, Schöfeln und Plattsprechen ausgiebig entspannen

Wenn die Krabbenkutter im Hafen liegen und Winterpause halten, laden einsame Strände, von Rauhreif bedeckte Dünen und die klare Wintersonne zum Spaziergang ein. Ab-schalten, Luft holen und Kraft tanken, so lautet jetzt die Devise für alle Nordsee-Urlauber. Anschließend bleibt genügend Zeit, in einem der gemütlichen Cafés oder urigen Kneipen bei einer Tasse Ostfriesentee den Tag ausklingen zu lassen. Wer mag, kann aber auch bei Ostfrieslands Nationalsport Nummer 1, dem Boßeln, eine ruhige Kugel schieben. In diesem Winter bietet die Region von Emden bis Otterndorf ihren Gästen traditionelle Unterhaltung der besonderen Art. Urlauber werden überrascht sein, wie viel die niedersächsische Nordsee auch in der kalten Jahreszeit zu bieten hat.

Was fällt den meisten Deutschen als Erstes ein, wenn sie an die niedersächsische Nordsee denken? Leuchttürme, Krabbenkutter, Watt – aber was ist mit den Traditionen in der Region, die jahrzehnte- oder sogar jahrhunderte-lang überlebt haben und noch heute intensiv gepflegt werden?

Eine der ältesten Bräuche ist das Boßeln. Der Sport, der den Landwirten einst als Zeitvertreib in der langen Winterzeit diente, ist an der Nordseeküste heutzutage ein beliebter Freizeitspaß für Jung und Alt: Man bilde zwei Teams, nehme eine Kugel und schleudere sie möglichst weit weg – so simpel ist der Volkssport der Ostfriesen. Als Spielflächen dienen asphaltierte Straßen. Die Mannschaft, die mit den wenigsten Würfen am Zielpunkt eintrifft, gewinnt. Unterstützung erhalten die Teilnehmer in der Regel von hochprozentigen Heißgetränken, die in einem mitgeführten Bollerwagen gelagert werden. Da im November traditionell die Grünkohlsaison in Nord-deutschland beginnt, endet die sportliche Runde meist in einem urigen Gasthof. Urlauber, die schon immer mal die Boßelkugel schieben wollten, können am 28. Dezember 2011 und am 22. Februar 2012 von jeweils 14 bis 16 Uhr im Nordseeheilbad Neuharlingersiel die Sportart testen. Auch in Bremerhaven und Krummhörn-Pilsum haben Gäste die Möglichkeit, das Erlebnis Boßeln für sich zu entdecken.

Dornumersiel lädt zum Schöfeln und Bohntjesopp ein.
Ist es draußen richtig kalt und eisig, können Urlauber auf den zugefrorenen Kanälen rund um Dornumersiel und auf dem Mahlbusen des Nordseebades ihr Schöfel-Talent unter Beweis stellen (plattdeutscher Ausdruck für Schlittschuhlaufen). Und wen es danach noch fröstelt, besucht einfach das Reethaus am Meer. Als Präsent gibt es hier eine traditionelle Spezialität, die Bohntjesopp. Dabei handelt es sich keineswegs um eine Suppe, sondern um in Branntwein eingelegte Rosinen, die auch heute noch zur Geburt eines Kindes getrunken werden.

Platt für Anfänger.
„Moin, moin“ – diesen Gruß kennt jeder, der in der Region zwischen Ems und Elbe Urlaub macht. Damit erschöpft sich aber meist auch schon der plattdeutsche Wortschatz der Nordseegäste. Wer gern mit den Einheimischen Platt schnacken möchte, hat ebenfalls im Reethaus am Meer in Dornumersiel die Möglichkeit dazu. Jeden Montag von 11.30 bis 13 Uhr können Interessierte den Feriensprachkurs „100 Worte Platt“ absolvieren und sich einen Grundwortschatz der ostfriesischen Mundart aneignen. Übrigens: In vielen Geschäften an der niedersächsischen Nordsee wird mit einem Hinweisschild „Wi proot ok Platt“ (Wir sprechen auch Platt) geworben. An Gelegenheiten, die neu erworbenen Kenntnisse in der Praxis einzusetzen, wird es also nicht mangeln.

Abwarten und Tee trinken.
In Ostfriesland geht nichts ohne eine Tasse Tee. Hier wird bis zu sechs Mal am Tag die „Teetied“ zelebriert – und zwar mit jeweils drei Tassen, denn „drei sind Ostfriesenrecht“. Neben einer speziellen Zubereitung folgt auch der Verzehr einem eigenen Ritual: Da kommt erst der Kluntje in die Tasse, dann der heiße Tee und zum Schluss das Wölkchen Sahne – Umrühren ist verboten. Also „eben schnell eine Tasse Tee trinken“ wird es in Ostfriesland nicht geben. Ein Geheimtipp für alle Teeliebhaber: Im Alten Turm auf
Borkum können Urlauber in aller Ruhe und ganz nach friesischer Sitte den Tee zur „Teetied“ genießen – der Blick auf die einzigartige Naturlandschaft ist inklusive.

Weihnachtlich und maritim.
Zum Winterprogramm an der niedersächsischen Nordsee gehört auch das traditionelle Jahresabschlusskonzert des Shanty-Chores Carolinensiel. Am 30. Dezember 2011 um 11 Uhr präsentiert der Chor in der Konzertmuschel am Hafen seine schönsten Seemannslieder, Shantys und Winterlieder.

„Die Region von Emden bis Otterndorf ist in den kalten Wintermonaten besonders reizvoll“, so Oliver Melchert, Pressesprecher der Nordsee GmbH. „Gerade in dieser Zeit können Urlauber auf den Ostfriesischen Inseln und in den Küstenorten viele friesische Traditionen kennenlernen und sich kulinari-schen Genüssen hingeben.“

“Die Nordsee von oben geht in die Verlängerung”

Der Film „Die Nordsee von oben“ ist der erste deutsche Kinofilm, der die Nordsee und die größte zusammenhängende Wattlandschaft der Welt ausschließlich aus der Vogelperspektive zeigt.

Viele Besucher haben die Dokumentation im Bensersieler Strandportal bereits gesehen und waren begeistert. „Daher lassen wir diesen Film auch in der kurbeitragsfreien Zeit weiter im Programm“, berichtet Annika Hammer, Mitarbeiterin Marketing. Vom 10. November bis zum 22. Dezember gibt es jeden Donnerstag um 16 Uhr eine Vorführung im Hauptdeck im Strandportal Bensersiel. In den Weihnachtsferien wird der Film außerdem am 29. Dezember 2011 und am 5. Januar 2012 jeweils um 20 Uhr zu sehen sein.

Karten sind eine halbe Stunde vor Beginn an der Veranstaltungskasse erhältlich. Erwachsene zahlen 6 Euro Eintritt, Kinder bis 14 Jahre 4 Euro. Außerdem werden vergünstigte Karten für Familien angeboten: Zwei Erwachsene und ein Kind zahlen 14 Euro, zwei Erwachsene und zwei Kinder 18 Euro. Die Bewirtung an diesen Abenden wird vom Team des Abendlokals „Captain’s“ übernommen. „Betreiber Harm Meyer ist es auch, der die nötige Digitaltechnik zur Verfügung stellt und damit eine Vorführung erst möglich macht“, freut sich Annika Hammer.

Der Film von Silke Schranz und Christian Wüstenberg macht eine beeindruckende Reise entlang der deutschen Nordseeküste von Emden über das Weltnaturerbe Wattenmeer, die Elbe stromaufwärts bis Hamburg über die Halligen und Inseln und endet am nördlichsten Punkt Deutschlands, auf Sylt. Geschichten über die Küstenorte, die Inseln und über die Menschen machen den Film dabei nicht nur sehenswert sondern auch unterhaltsam

6. Borkumer Blues Nights

„Blues berührt die Seele“ – das wusste schon Blues-Legende B.B. King. Das besondere Flair dieser Musikrichtung wird am 29. und 30. Dezember wieder auf Borkum zu spüren sein, wenn hochkarätige Künstler aus dem In- und Ausland die Nordseeinsel ins Bluesfieber versetzen.

Traditionell werden die Blues Nights im Rahmen einer feierlichen Gala in der Kulturinsel eröffnet. Einen Tag später findet eine Festivaltour in diversen Kneipen, Hotels und Restaurants statt. Für einen stimmungsvollen Rahmen sorgt die Insel selbst – mit ihrer einzigartigen Atmosphäre zum Jahreswechsel, ihrer unverwechselbaren Winternatur und einer Würze der frischen Meeresbrise. Kein Wunder also, dass das vom Kur- und Touristikservice in Kooperation mit der Konzertagentur Living Music organisierte Festival jedes Jahr zahlreiche Blues-Liebhaber aus ganz Deutschland und dem angrenzenden Ausland nach Borkum lockt.

Bei der diesjährigen Gala wird kein Geringerer als Abi Wallenstein die 6. Borkumer Blues Nights eröffnen. Der in Israel geborene Gitarrist gilt als „Vater der Hamburger Bluesszene“ und zählt zu den herausragenden Bluesgrößen im europäischen Raum. Unterstützung erfährt er durch die Musiker von The Spirit of Blue am Cajon, Klavier und der Harp.

Ihre Fortsetzung findet das Festival am 30. Dezember mit der beliebten Festivaltour. Fünf Bands aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien und den USA spielen ab 21 Uhr in diversen Kneipen, Hotels und Restaurants. Sie präsentieren ein breites Repertoire aus Blues, Funk und Soul. Zeitgleiche Pausen erlauben einen Wechsel des Veranstaltungsortes, ohne dass Teile der Sets verpasst werden. Eine der Bands ist Fritz Köster’s Bluestime, die im Restaurant IL Faro dampfende Rhythmen und kernige Melodien zum Besten geben wird. Auch im Hotel Atlantik wird es heiß hergehen, denn die fünf jungen Bluesmusiker von Rusty Roots haben bislang noch jeden Saal zum tanzen gebracht. Ein Bluesact der Spitzenklasse ist in der Villa Erika zu Gast: niemand spielt die Bluesharp so emotional intensiv wie „Mr. Natural“ Henry Heggen. Begleitet wird er vom virtuosen Boogie Woogie & Blues Pianisten Günther Brackmann. Mit einem knackigen Mix aus Swing und Soul wird das niederländische Arthur Mc Dee Quartett im Strandhotel VierJahresZeiten für Stimmung sorgen. Selbstgeschriebene Lieder, die unter die Haut gehen, präsentiert der in North Carolina geborene Big Daddy Wilson in der Künstlerklause.

Ab 22 Uhr läuten Jenny Boneja & The Ballroom Shakers mit heißen Rhythm ’n’ Blues im Strandhotel Hohenzollern das große Finale der Blues Nights ein. Ab 1 Uhr kommen alle Künstler hier noch einmal zusammen, um die Veranstaltung stimmungsvoll ausklingen zu lassen.

Tickets sind in allen teilnehmenden Gaststätten und Hotels sowie zusätzlich im Vorverkauf in der Tourist-Information Borkum, in der Kulturinsel und unter www.borkumerblues.de erhältlich.

Ein Schiff wird kommen: Von Norddeich auf die Inselwelt

Vom Binnenland zur Waterkant: Wer durch Norden, die älteste Stadt Ostfrieslands, Richtung Westen fährt, biegt in die Norddeicher Straße ein und erkennt ihn dann schon von weitem: Den mächtigen Seedeich, mit immerhin fast neun Metern über NN die höchste Erhebung weit und breit. Man überquert die Deichkrone und fährt auf die Norddeich-Mole. Rechts der Osthafen mit der Krabbenkutterflotte und der Norddeicher Schiffswerft, links der Westhafen mit den Yachten und den Rettungsbooten der DLRG.

“Bilong, bilong, bilong” tönt es, und langsam senken sich die weiß-roten Bahn-Schranken. Ein Zug kommt von irgendwo und hält genau auf der Norddeich-Mole, weiter geht es nicht! Wer hier aussteigt, “landet” direkt am Meer und am Kai der weißen Frisia-Fähren: Vom Westhafen aus fahren allesamt nach Norderney, vom Osthafen schlängeln sie sich durch das Fahrwasser des Wattenmeeres bis nach Juist. Wer zum ersten Mal an die Nordsee kommt, sollte unbedingt im “Priggenkieker” an der Spitze von Norddeich-Mole das ostfriesische Nationalgetränk zur Einstimmung genießen - und das geht so: Erst die Kluntjes in die Tasse, dann den Tee darübergießen und zum Schluss einige Dröppke Sahne an den Rand der Tasse träufeln, so dass die Sahne Wolken bildet. Der Himmel ist blau, und Schäfchenwolken segeln um die Wette.

Möwen hocken auf den Duckdalben und lauern auf Essbares. Auf einem Monitor am Treppenaufgang blinkt es abwechselnd: + 20° C und 250 cm, das erste steht für die angenehme Luftwärme , das zweite für die Wassertiefe im Hafen. Ein durchdringendes Signal verkündet, dass eine der Frisia-Fähren gleich ablegen wird. Entweder zur Fahrt nach Juist, der Natürlichen, oder nach Norderney, der Königlichen, die schon das welfische Königshaus vorzeiten zu seiner Sommerresidenz erkor. Welche der Fähren wohin fährt, kann man ganz einfach am “Gepäck” sehen: Die Fähre nach Norderney transportiert auch Autos, die nach Juist nur Urlauber, Gepäck und massenweise Container, denn die Insel ist autofrei. Norderney ist übrigens tideunabhängig zu erreichen - das macht Lust auf einen Tagesausflug!

Nordseeurlaub an den Gestaden von Norddeich. Schönster Sand- und Grünstrand; sattgrüne Seedeiche, auf denen die Deichschafe grasen, und unendliche Ruhe. Geschäftiges Treiben dagegen am Hafen - Schiffe kommen, Schiffe gehen…

Silvester im Watt von Bensersiel

Ein einmaliges Erlebnis zum Jahreswechsel ist eine Silvester-Wattwanderung für die ganze Familie.
Ergänzen lässt sich diese Erfahrung mit einem Besuch im Wattenhuus Bensersiel. Hier dreht sich alles um das UNECSO-Weltnaturerbe Wattenmeer. In der interaktiven Ausstellung werden das Leben in und auf dem Wattboden, die Vogelwelt sowie der Seehund, das “Maskottchen” der Nordsee, thematisiert. Nordsee-Bewohner wie Seesterne, Krebse, Flunder und Co. können in einem Aquarium beobachtet werden. Der Jahreswechsel ist so vielfältig wie die Besucher selbst. Vom klassischen Silvesterball über eine kulinarische Reise durch Europa bis hin zur tanzbaren Silvesterparty ist für jeden Geschmack etwas dabei.

20 Jahre Deutsche Fehnroute

Im Jahr 2012 feiert der beliebte Radwanderrundkurs im Nordwesten Deutschlands sein zwanzigjähriges Jubiläum. Seither haben bereits tausende Radfahrer diesen einmaligen Rundkurs mit den typischen weißen Klappbrücken, den per Hand gegrabenen Kanälen und zahlreichen Schleusen befahren. Um dieses besondere Jubiläum zu feiern, erstellt das Informationsbüro der Deutschen Fehnroute im kommenden Jahr eine Jubiläumsbroschüre mit Erlebnisangeboten, Veranstaltungen und Workshops aus allen Gemeinden entlang der Route, bei denen es sich rund um die Themen Radfahren und Fehnkultur drehen soll. Zusätzlich kann der Radfahrer mit dem Jubiläumswanderpass während seiner Radtour in jeder Gemeinde an der Route in einem beliebigen Betrieb oder Rathaus einen Stempel für seinen Pass bekommen. In ausgewählten Gastronomiebetrieben erhält der Radfahrer verschiedenste Vergünstigungen und Boni, wenn er den Wanderpass vorzeigt. Sind mindestens 12 Stempel gesammelt worden, kann der Pass beim Informationsbüro der Deutschen Fehnroute eingeschickt werden und der Radler erhält eine Urkunde, die ihn als „Fehnrouten-Kenner“ auszeichnet. Höhepunkt des Jahres wird die Jubiläumsfeier am 01.05.2012 im Vorfeld zum eigentlichen „Geburtstag“ des Rundkurses am 02.05.2012 bei der sogenannten „Pünte“ (die letzte per Hand gezogene Fähre Europas) bei Leer (Ostfriesland). Musikalisch begleitet wird die Feier durch eine ganz besondere Band, die den Strom für ihre Instrumente ausschließlich mit Hilfe ihrer Fahrräder generiert.

Wittmund mit Meer und mehr

Kurs Nord-Nordwest und dann immer geradeaus: Für eingefleischte Nordsee-Fans gibt es dazu ein- oder mehrmals im Jahr keine Alternative. Aber auch immer mehr Familien, Singles oder Pärchen mit Anspruch, die es bisher „in die Ferne“ zog, entdecken das Land am Meer und gehen dann nicht selten dort vor Anker, wo die ersten Möwen am Himmel auftauchen und die salzige Seeluft auf den Lippen bleibt. Die Kreisstadt Wittmund mit ihrer über 1100jährigen Geschichte ist heute einer der beliebtesten Startpunkte für die Entdeckung Ostfrieslands.

Die unmittelbare Nähe zur Nordsee, zum Nationalpark Wattenmeer, zu den ostfriesischen Inseln und zu den geschichtsträchtigen Zeugen der norddeutschen Vergangenheit machen Wittmund zu einem der zentralsten Ausgangspunkte für den erholsamen und gleichermaßen erlebnisreichen Urlaub. Schon in der Stadt selbst, die mit knapp 8000 Einwohnern noch recht überschaubar und urtümlich ist, reiht sich ein sehenswertes Ziel an das nächste. Während die Kids sich von den zahlreichen Spielgeräten in der Stadt animieren lassen, entdecken die „Großen“ neben beeindruckenden Fassaden alter Bürgerhäuser, die bis ins Jahr 1733 zurückreichen, das Heimatmuseum mit der ältesten Gallerieholländermühle Deutschlands oder ein Stück der historischen Stadtmauer.

Die Entstehungsgeschichte der heute blühenden Kreisstadt beginnt um 900 mit dem Bau einer Holzkirche direkt am Rand des fruchtbaren Marschlandes auf einem Geestrand. Nach der Marcellusflut 1370, die den „Blanken Hans“ aus der Harlebucht bis an die Grenzen Wittmunds bringt, herrschen mehrere ostfriesische Häuptlingsgeschlechter, die Preußen, die Könige von Hannover und Kaiser Friedrich der Große über die Geschicke Wittmunds. Um 1885 wurde von hier aus sogar das benachbarte Wilhelmshaven verwaltet!

Wenn die Besucher der Stadt heute nach einer ausgiebigen Wattwanderung oder Fahrt mit dem Raddampfer in Harlesiel, einem Besuch auf einer der Inseln oder ganz einfach vom Strand zurückkommen, erwartet sie in Wittmund das passende Anschlussprogramm. Die einen entdecken den „Hands of Fame“ in der Fußgängerzone, für andere ist der Schlosspark mit Wall und Graben das passende Kontrastprogramm und wieder andere finden in den lauschigen Gaststätten, Cafés oder Biergärten die Entspannung, die sie sich verdient haben.

Damit während des Urlaubs im Norden die kulinarischen Spezialitäten den Gang auf die Waage nicht zur bösen Überraschung werden lassen, bietet Wittmund das optimale Kontrastprogramm: Rad- und Wanderwege, Reitgelegenheiten, Segelgewässer, Angelsportreviere, Kanustrecken oder das Freizeit- und Erlebnisbad Isums sorgen schnell dafür, dass dem ursprünglich geplanten Urlaub schnell noch eine zusätzliche Woche im Herbst oder Frühjahr folgt. Zu vielfältig sind die Möglichkeiten, als dass man sie in einem Urlaub komplett entdecken könnte.

Die Entscheidung für einen „Zweiturlaub“ in Wittmund wird übrigens durch die markante Witterung jenseits des Sommers mehr als nur unterstützt: Die salzhaltige Seeluft und der oft raue Wind des Herbstes sind für viele Gäste dieser Jahreszeit der Garant für einen erkältungsfreien Winter. Dass auch außerhalb der klassischen Saison in Wittmund und Umgebung keine Langeweile aufkommt, dafür garantieren neben dem einmaligen Landschaftserlebnis zahllose Museen, Ausstellungen, Kulturveranstaltungen und schließlich die Nordsee selbst. Sie präsentiert sich im täglich mehrfach wechselnden „Kleid“ und animiert Stunde um Stunde zum Hinschauen und Genießen.

„…so ostfriesisch“ wie Wittmund sich seinen Besuchern präsentiert, so natürlich und bodenständig sind auch die Menschen, die hier leben, geblieben. Mit ihrer herzlichen Art heißen sie Gäste aus aller Herren Länder willkommen und zeigen gerne, dass sie stolz auf ihre Heimat sind - Ein Gefühl, das sich schnell auf jeden Urlauber überträgt!

Nordseestadt Wilhelmshaven - Die maritime Metropole

Maritime Stadtgeschichte(n)
Das Gebiet der heutigen Stadt Wilhelmshaven wurde ursprünglich von den Friesen besiedelt. Durch den sogenannten „Jade-Vertrag“ vom 20. Juli 1853 kaufte der Staat Preußen vom Großherzogtum Oldenburg ein 313 ha großes Gebiet am Jadebusen zum Bau eines Stützpunktes für die Preußische Marine an der Nordsee. Neben den Hafenanlagen und einer Werft wurden in den folgenden Jahren umfassende Wohnsiedlungen für die stetig wachsende Bevölkerung errichtet. Im Jahre 1869 wurde der neu entstandene Hafen eingeweiht und die junge Stadt nach ihrem Namensgeber Wilhelm I. benannt.
Im Laufe der folgenden Jahrzehnte wurde Wilhelmshaven jeweils vor den beiden Weltkriegen zum bedeutendsten deutschen Marinehafen ausgebaut. Am Ende des Zweiten Weltkrieges waren nicht nur Hafen- und Werftanlagen völlig zerstört, sondern auch ein Großteil der Häuser unbewohnbar geworden. Mitte der 50er Jahre wurde die Stadt erneut zum Marinehafen. Heute ist sie der einzige Stützpunkt der Marine an der Nordsee und der größte in Deutschland.

Marinestadt
Als traditioneller Standort für die schwimmenden Einheiten der Bundeswehr lädt Wilhelmshaven zu einem Besuch bei der Marine ein. In den Sommermonaten haben Interessierte die Gelegenheit, bei den Tagen der offenen Tür im Marinestützpunkt hinter die Kulissen des größten Stützpunkts Deutschlands zu schauen. Auch heute noch sind vor den Toren der größten Seeschleuse Deutschlands Fregatten und Versorger der Deutschen Marine stationiert und warten auf ihren weltweiten Einsatz.

Strände, Meer und noch mehr Wasser
Wilhelmshaven liegt am Wasser und ist vom Wasser geprägt. Die Kaiser-Wilhelm-Brücke ist das Wahrzeichen der Stadt und verbindet die Innenstadt mit der Südstrandpromenade. Sie ist das Eingangstor für die Schiffe aus aller Welt in den Großen Hafen und war bei ihrem Bau zwischen 1903 und 1907 die größte Drehbrücke Europas.

Im Strandkorb die Seele baumeln lassen, frische Seeluft schnuppern und sich in den Fluten der Nordsee erfrischen. Abends geht es zum Kneipenbummel in die Innenstadt oder auf eine der zahlreichen Veranstaltungen in den kulturellen Einrichtungen der Stadt. Ist auch mal kein Strandwetter, bieten die Museen und Erlebniswelten ein abwechslungsreiches Programm. So kann Urlaub in Wilhelmshaven aussehen.
Wer es lieber sportlich mag, wird ebenfalls fündig: Auf der Nordsee sowie auf und an den Binnengewässern können sowohl Hobbysportler als auch Spitzenkönner ihrem Wassersport frönen. Ob Angeln, Rudern, Segeln, Surfen oder oder, hier ist nahezu alles möglich. Selbstverständlich kommen auch die Landratten nicht zu kurz: Radtouren durch die Stadt und in die Umgebung werden zu spannenden Entdeckertouren.

Bildlich gesprochen hat Wilhelmshaven das Meer ins Herz geschlossen. Das Stadtgebiet ist im Osten und Süden von Nordseewasser umgeben und der angrenzende Jadebusen hat abstrakt durchaus Herzform. Das Meer ist in Wilhelmshaven allgegenwärtig: Hier kann man das besondere Nordseeklima erleben und mal so richtig durchatmen.
Der Südstrand ist Schokoladenseite und beliebter Anziehungspunkt zugleich für die Wilhelmshavener und ihre Gäste. Er ist Promeniermeile und Badestrand in einem und verströmt durchaus südländisches Flair. Sehen und gesehen werden - nirgends geht dies besser. Ein Eis auf der Promenade oder gleich ein schmackhaftes Essen mit Meerblick genießen – hier kein Problem!

Im weit geschwungenen Jadebusen schimmert das Meer blau. Wer hier ablegt, ist im Nu draußen auf der Nordsee und vielleicht auf dem Weg nach Helgoland. In der Saison legen täglich Ausflugsschiffe zur großen Hafenrundfahrt, den Seehundbänken oder zur Fahrt zum „Roten Felsen“ am Helgoland-Kai ab.

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